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Betreff "Die Saisonpause"

Die Saisonpause
Ich bekomme die Novelle "Die Saisonpause" im Juni noch fertig. Das Cover stelle ich, wie üblich, in mehreren Varianten vor. Das Ebook in Form von Ebook (gratis auf Email) und PDF (kostenpflichtig) wird heute Abend von mir rein gestellt.
Der Krimi "Steinschlag im Suldnertal" wird erst im Juli fertig. Ich schätze, es braucht noch eine Woche. 
Nach der Saisonpause folgt natürlich "Der Saisonkoch - Die Sommersaison". Die kann ich wegen der bereits erfolgten Vorstellung des Küchenablaufes und diverser Rezepte, kürzer fassen. In etwa vergleichbar mit Teil - Zwei und Drei.

Fortsetzung Die Saisonpause

Die Saisonpause
Wie unsere Wintersportler zum Beispiel. Unsere Ausbeuter hätten das gerne.
Joana sagt mir, sie könne mich an ihrem freien Tag gern begleiten auf die Seiser Alm. Wir nehmen uns vor, Morgen, ganz früh, aufzubrechen. Mit dem frühen Aufbruch möchten wir den Kontakt mit diversen Kontrollpersonal entgehen. Die kurze Fahrt würde sonst zu einer kostspieligen Tagesreise. Die arbeitslosen Mitbewohner sind sozusagen vom Besuch dieser Alm von Vornherein ausgeschlossen. Ich möchte dort aber arbeiten. Kein Grund, sich schon am Eingang ausnehmen zu lassen.
Die Fahrt ganz früh, hat sich als goldige Entscheidung heraus gestellt. Wir können kostenlos dem Sonnenaufgang folgen. Leider habe ich den Fotoapparat vergessen. Das könnte immerhin der letzte Besuch dieser Alm sein. Bei den Waffen, die allein in den Tälern Südtirols und dem Trentino liegen, dürfen wir bei einer Antwort der angegriffenen Macht davon ausgehen, diese Berge das letzte Mal zu sehen. Und wer weiß bei den Diktaturen so recht, wann der Punkt erreicht ist. Die Gier ist grenzenlos. Die eingesetzten Vertreter sind verrückt genug.
Rudolf erwartet uns schon. Auf dem Parkplatz vorm Hotel stehen noch zwei Autos. Eigentlich dachte ich, die Autos der Familie zu kennen. Für gewöhnlich stehen die teuren Schlitten eine Etage tiefer. Vielleicht hat der Sohn eine neue Freundin. Oder gar die Tochter einen neuen Freund?
Im Büro angekommen, empfangen mich schon zwei Kollegen. Hiesige. Rudolf stellt sie mir vor. Nach deinem Kaffee bekommen wir trocken mitgeteilt, die zwei Kollegen sind mein Ersatz. Ich sei aus dem Rennen. Hiesige Kollegen gehen vor.
Ich kann einen Kollegen von hier unmöglich einem Fremden vorziehen“, ist die trockene Antwort. Die Zwei zeigen etwas Mitgefühl. Das war es. Joana ist stinksauer.
Kein Geld?“
Du wolltest mir noch einen offenen Rest bezahlen“, sag ich zu Rudolf. Rudolf greift in die Schublade seines Schreibtisches und zückt einen Umschlag.
Unterschreiben? Wo muss ich unterschreiben?“
Das ist nicht notwendig heute.“
Na denn. Tschüss.“
Wie mir scheint, ist das die Abfindung. Bedanken muss ich mich dafür nicht. Ich habe ja gearbeitet dafür.
Die Suche beginnt von Neuem. Wir bleiben nicht auf der Alm. Der Appetit kommt etwas kurz bei der aktuellen Stimmung. Wir könnten noch bei anderen Betrieben vorbei schauen. Aber eine große Tour auf der Alm ist ausgeschlossen. Dort drohen schon erhebliche Busgelder. Ob die Förster mich noch kennen wollen, ist fraglich.
Auf der Rückfahrt müssen wir kurz anhalten. Die Schranke bleibt unten. Ich gehe ins Häusel und frage, was das denn kostet, zur Arbeit auf die Alm zu fahren. „Es gibt einen Pass dafür. Der kostet zehn Euro.“
Was? Ich soll zehn Euro drücken um da zu arbeiten?“
Ja.“
Sie finden das normal?“
Ja.“
Na denn, schönen Tag noch.“
Die Schranke geht nicht auf. Wir fahren den Abzweig durch den Ort. Etwas Stolz muss sein.
Zurück zu Hause, schaue ich natürlich sofort nach, bei wem ich mich beworben habe. In Frage kommen Betriebe, bei denen ich noch nicht vorstellig war. Das Passeier lockt. Dort rufe ich an. Die Antwort der Chefin klingt verlockend. Natürlich frage ich jetzt Freunde, ob sie den Betrieb und sie Chefin kennen. Der Arbeitsweg wäre kurz. Das lockt. Der Nachteil ist, ich müsste zwei Mal durch Meran. Im Trockenen geht das. Bei Nässe und den vielen lackierten Fußgängerüberwegen, kann ich von einem ziemlich hohen Risiko sprechen. Dank diverser Gesetze sind die Fußgänger auch nicht mehr die gleichen wie früher. Man stürzt heute mit dem Handy vorm Gesicht über die Straße. Ein Blick nach oben? Vielleicht in den Verkehr? Aussichtslos. Die Stadt gehört den Dümmsten. Irgendwie scheint auch Keiner mehr das Leben und die Gesundheit zu schätzen.
Ich werde schon morgen zum Termin eingeladen. Joana kann nicht mitfahren. Sie muss uns schon wieder den Lebensunterhalt verdienen. Das hatten wir uns etwas anders vorgestellt. Joana ist gelernte Verkäuferin. Komisch. Gelernte Verkäuferinnen werden nicht benötigt. Fast wie bei den Köchen.
Ich schätze, die vier Arbeitswege hin und zurück, müsste sie auch bezahlen als Verkäuferin. Lassen wir es so. Als Zimmermädchen hat sie wenigstens acht Monate Arbeit. Zumindest, wen sie den Streit der Saisonbetriebe untereinander aus dem Weg gehen möchte.
Die Einladung zum Termin hebt etwas die Stimmung bei uns. Wir belohnen uns mit einer Pizza von Doris aus der Nachbarschaft. Etwas Luxus muss ein.

Fortsetzung Die Saisonpause

Die Saisonpause
Wie vermutet. Ich bin selbst daran Schuld. Da bleibt mir noch, Agnes anzurufen. Agnes geht ran.
„Mach dir keine Sorgen. Ich hatte deine Anmeldung nur noch nicht abgeschickt.“
Mir fällt ein Stein vom Herzen. Also doch ein Wegeunfall. Wenn Alles gut geht.
Trotz des Wegeunfalls ließ die Rechnung nicht lange auf sich warten. Die Beköstigung. Eine Rechnung von fast tausend Euro. Ich staune. Wir haben das nicht gewusst. Dann hätte ich die Kost natürlich abgelehnt. An sich war die Kost nicht schlecht. Krankenhauskost eben. Trocken Brot, etwas Butter oder Speckfett und bisweilen ein Stück Wurst oder Käse, hätten mir gereicht. Wer den ganzen Tag in überhitzten Küchen steht, hat eigentlich keinen Appetit auf warmes Essen. Warmes Essen regt den Appetit an. Man frisst zu viel. Bei dem gleichen Essen in Kalt, würden wir uns mit der Hälfte begnügen.
Ich frage jetzt bei der Gewerkschaft, ob es für das Essen eine Hilfe gibt. Nein. Es gibt ein Tagesgeld und das habe ich bekommen. Schön zu wissen, das Tagegeld der Gewerkschaft in der Krankenhauskasse wieder zu finden. Für ein Menschenrecht. Für Essen.
Wir schwören uns, zukünftig auf die Leistung dieses Etablissements zu verzichten. Das Menschenrecht des Essens im Krankenhaus müssen wir in Zukunft selbst in die Hand nehmen.
Zu Hause habe ich natürlich als Erstes den Kontakt mit Rudolf aufgenommen. Bis zum Saisonbeginn dauert es noch knapp zwei Wochen. Ich soll unbedingt mal vorbei kommen. Mit dem Motorrad wird das nichts. Das muss noch gebaut werden. Dafür habe ich kein Geld. Markus in der Werkstatt sagt mir, dafür gäbe es eine Landesversicherung. Die zahlt bei Schäden, die durch Steinschläge auf den Landesstraßen verursacht werden. Bei der Frage, wo ich diese Leute erreiche, wird Markus etwas stummer. Also, nutze ich meinen Urlaub, um den Mann zu finden, der mir den Schaden bezahlt. Die Suche samt Telefonaten dauert. Wie scheint, habe ich es mit einem streng versteckten Amt zu tun. Keiner kann mir Auskunft geben. Die Recherche verläuft im Sand. Dabei habe ich sicher fünfzig Telefonate geführt. Mit einem Handy zum Kartentarif hätte ich tausend Euro bezahlt. Zum aktuellen Stand sieht es so aus, als würde ich für die Suche nach Arbeit einen Kredit benötigen. Das ist schon ein starkes Stück – Freiheit. Ich stelle das mir gerade vor. Auf die Frage nach Sicherheiten bei meiner Südtiroler Sparkasse sage ich, Arbeitssuche. Das Gelächter könnte ich draußen auf der Algunder Straße hören. Nun weiß ich nicht, ob das so gewollt ist. Ab einem gewissen Alter jedoch, empfinde ich das als Schikane. Im günstigsten Fall. Ich frage mich, mit welcher Laune dann ein Arbeiter seine Stelle antritt. Und schon sehe ich die Begründung der Sprachlosigkeit meiner neuen Landsleute. Die kennen das System zu gut. Es ist ein Unterdrückungssystem. Uns DDR Bürgern ist das völlig unbekannt. Trotzdem wir bisweilen einen ähnlichen Vorwurf zu hören bekommen. Das ist leider eine Lüge, die meinen neuen Landsleuten eingetrichtert wurde. Dabei gilt einfach zu wissen; sobald ein sozialistisches Land besser mit seinen Mitbürgern umgeht als ein kapitalistisches, wird es um einhundert Jahre zurück gebombt und restlos geplündert. Ein fadenscheiniger Grund findet sich immer in westlichen Propagandastuben. Die Verantwortlichen jammern dann vor Tribunalen, wenn sie erwischt werden.
„Ich habe von Nichts gewusst.“
Leider steht ihnen aber das Recht im Weg. Das nennt sich, niederer Beweggrund. Sie haben es für Geld getan. Und wer hat schon Mitleid mit Söldnern?
Der Söldner ist damit ein bewaffneter Prolet. Dazu zählt auch der Maulsöldner. Würde der Söldner dem gesellschaftlichen Fortschritt dienen, sprich - der gerechten Verteilung von Arbeit und Erlös, wäre sicher eine Zieländerung das Ergebnis seiner Arbeit. Leider haben diese Söldner die gleichen Lebensschulen besucht wie unsere neuen Gastgeber.
Die falschen. Sie sind der Meinung, für ein gutes Leben muss man sich erbärmlich schinden. Oder gar das Leben riskieren.