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Fortsetzung Die Spur

Toni fragt die Familienmitglieder, was denn so die Frauen und Männer nach Hause überwiesen haben. Zuerst fanden die Familienmitglieder die Frage etwas zu intim. Nach einigen Erläuterungen sahen sie die Frage ein. Die Summen notiert sich Monika. Monika ist der Meinung, damit eine echte Spur zu finden.

Bevor Monika und Toni gehen wollen, bieten ihnen die Eltern eine echte Spezialität an. Gesalzene Gänsebrust. Die Familie hat auch eine große Gänsefarm. "Speck aus Gänsebrust", ruft Toni und es duftet, wie in der Räucherkammer seiner Nachbarn. Dareks Vater schneidet ein paar dünne Scheiben ab, gibt ein Polnisches Brot dazu und bietet es den Zweien an. Toni kann nicht Nein sagen. "Ein Genuss", stöhnt er. Monika kann es nicht erwarten und probiert auch.

"Das fehlt noch bei uns auf der Hütte", gibt sie mit vollem Mund zum Besten. Dareks Vater gießt noch einen Selbstgebrannten ein. Den müssen die Zwei ablehnen. Die Polnische Familie hat Verständnis dafür.

Nach dem Abgleich mit den bereits genannten Kosten für Unterbringung und Ernährung, sieht Monika einen Fehlbetrag. Und der ist nicht unerheblich. Jetzt müsste Monika noch heraus bekommen, was die anderen Frauen nach Hause schicken und die Ergebnisse vergleichen. Danuta macht gleich den Anfang. Die anderen Frauen werden folgen. Schließlich war Soltan einer ihrer Freunde. Oliwia und Emese wollen das gleich in die Hand nehmen. Vielleicht bestätigt sich Etwas, was Monika gleich vermutete. Entweder zahlen die Frauen Schutzgeld oder einen Zuhälter. Die Frauen müssen noch einmal einzeln vernommen werden. Monika glaubt, in der Gruppe oder im Rahmen des Zimmers, wäre das zielführender.

Am Abend gehen sie mit einigen Frauen ins Hokus - Pokus einkehren. Sie wollen endlich mal sehen, wie Witek und Danuta arbeiten. Das Hokus - Pokus ist eine gut besuchte Gaststätte auf mehreren Etagen in der Bozner Altstadt. Urig eingerichtet, verspricht es etwas Gemütlichkeit. Gegen zehn Uhr abends, füllen sich auch dort langsam die Plätze an der Bar mit jungen Damen. Viele kommen allein. Manche mit Begleitung. Sie gehen in die erste Etage. Die Etage wirkt etwas wie ein Raum mit ein paar Separees. In Jedem Winkel sitzt ein Pärchen. Der pakistanisch wirkende Kellner bietet ihnen sofort ein freies Separee an. Das hat sogar eine eigene Tür. Der Kellner fragt die Zwei, ob er die Tür schließen soll.

"Das ist nicht notwendig. Wir wollen Etwas essen und trinken", sagt Toni. "Ist Witek da?"

"Witek arbeitet eine Etage höher."

"Ist dort auch noch ein Tisch frei?"

"Sicher."

"Dann gehen wir zu Witek."

Der pakistanische Kellner wirkt etwas beleidigt.

"Und Bogus, wo arbeitet der?"

"Der arbeitet mit Witek zusammen. Bogus ist aber nicht da."

Toni gibt dem Kellner ein Trinkgeld. Jetzt wirkt er etwas gelöster und begleitet sie an den Fahrstuhl.

Das Essen ist gut und jetzt bekommen sie auch Witek zu sehen. Witek ist der Zahlkellner und der Kellner für die Aufnahme der Bestellungen. Bogus bringt die Getränke. Die Zwei sind gut organisiert. Die Bedienung funktioniert bestens. Zeit für ein paar Fragen, ist keine. Bogus ist entgegen der Behauptung des pakistanischen Kollegen, doch da. Wahrscheinlich sind ihm die Einnahmen wichtiger als der freie Tag.

Nach dem Abendessen gehen die Zwei auf Beobachtungsposten. Das Haus der Vigilstraße ist gut besucht. Monika fallen die vielen Männer auf, die hinein gehen. Ohne Frauen. Sie kommen wieder mit Milena, der Barfrau. Und wo gehen sie hin? Zu dem Transporter mit dem vermeintlichen Diebesgut. Die Männer und Milena verabschieden sich mit einem Küsschen. Oben, aus einem geöffneten Fenster, winkt Liliana. Sie gibt ein paar Handküsschen.

Die zwei Männer gehen weg. Toni und Monika folgen ihnen. Es sind Lastwagenfahrer. Sie gehen in Richtung Innsbrucker Straße. Dort stehen ihre Lastwagen.

"Naja. Die Lieferkette haben wir jetzt. Wollen wir sie aufhalten?", fragt Toni.

"Mich interessiert nur, ob sie mit den Frauen irgendwie verwandt sind."

"Dann gehen wir zurück und fragen die Frauen."

Milena steht noch rauchend auf dem Hof. Die nimmt sich Toni gleich vor. Dabei kommt heraus, die Fahrer sind die Männer von Milena und Liliana.

"Eine Familienunternehmen", sagt Monika.

Fortsetzung folgt

Blick durch das Passeiertal vom Jaufen in Richtung Meran am 161121

Fortsetzung Die Spur

Am kommenden Morgen fahren die Zwei nach Bozen. Sie sollen die Wohnungen wieder kontrollieren. In der Wohnung von Danuta und Witek auf der Trentiner Straße, haben ganz andere Personen geschlafen. Witek war nicht da und Danuta auch nicht. Jetzt gehen Toni und Monika schnell zur Vigilstraße. Sie sind überrascht. Witek ist hier und Danuta auch. In der dritten Wohnung schlafen Familienangehörige von Darek.

"Hier ist ganz schön Bewegung in der Belegung", sagt Monika. Jetzt gehen sie schnell auf den Parkplatz zu den drei Kleinbussen. Wie der Zufall es will, befinden sich da einige ausgebaute Autoradios und anderes Diebesgut. Wenn sie das jetzt anzeigen und ihre Kollegen bestellen, wird ihre Ermittlung schwer gefährdet. Toni fotografiert das. Mehr nicht.

"Heute ist Nachtdienst angesagt."

"Das sollte ich schon die Tage tun."

Toni telefoniert und bestellt einen Boten für Oliwia und Emese. Man muss sich treffen oder Nachrichten abholen. Es geht um den Abend von gestern. Jetzt gehen sie in die Bar von Hannes. Der soll sagen, wer in der Wohnung von Barbara und Halina gerade wohnt. Kaum sind sie angekommen, steht auch schon Hannes vor ihnen. Er weiß, wer da ist. Sie gehen zusammen zur Familie von Darek. Jolka ist auch da. Sie streitet gerade mit Dareks Eltern. Es geht um eine geplante Hochzeit. Oliwia übersetzt Toni das Wesentliche. So, wie das Toni begreift, wollte sich Jolka scheiden lassen und Soltan heiraten. Die Familie war nicht einverstanden. Jolka hätte den Erbanteil des Familienvermögens halbiert. Der Familienbesitz besteht aus reichlich Land.

"Das ist ein Mordmotiv", sagt Toni zu Monika.

"Hören wir noch ein bisschen zu, was noch so Alles heraus kommt", antwortet Monika.

Jolka sagt, sie hätte mit ihrem körperlichen Einsatz immerhin erst mal den Familienbesitz gerettet. Die Eltern sehen das ein. Trotzdem bestehen sie darauf, das Land der Familie nicht teilen zu wollen. Insgesamt sehen sie die Tatsache des Todes von Soltan als eine Art Erlösung von dem Problem. Jolka auch. Sie entschuldigt sich für den Fehltritt. Die Familie hat ihr das großzügig verziehen. Wohl auch deswegen, weil Jolka ja immer noch, mit körperlichem Einsatz, das Familienvermögen sichert.

"Wir sind dir viel schuldig, Jolka", sagt der Vater Dareks. Jolka bedankt sich dafür. Soweit hat das Oliwia übersetzt. Mehr ist nicht wichtig, hat sie gesagt.

"Darek kann es aber nicht gewesen sein", sagt Toni."Darek hat ein sicheres Alibi, das von sehr vielen Kollegen bestätigt wird."

"Vielleicht war es Jemand von der Familie?", sagt Monika. "Wir müssen heraus bekommen, wann die hier waren."

"An sich, geht das leicht zu ermitteln. Wir fragen die Frauen und Hannes."

Hannes nickt. "Die waren im gesamten vergangenen Quartal nicht hier."

"Und wo anders?", fragt Toni.

"Das weiß ich nicht."

"Welches Auto fahren die Eltern?"

"Einen Kleinbus, wie sie im Hof stehen. Sie bringen den Überholten und nehmen einen Gebrauchten mit."

"Wer macht das sonst?"

"Entweder eine der Frauen oder die Männer."

Das scheint gut zu funktionieren. Toni kann das nach vollziehen. Dabei findet er keine erkennbare Spur. Es sei denn, irgend Jemand sagt, ein Familienmitglied sei da gewesen. Bisher gab es keinen Hinweis in der Art.

Oliwia soll jetzt zu der Familie gehen und ihr sagen, Toni möchte mit ihnen sprechen. Gesagt, getan.

Toni und Monika werden freundlich empfangen. Das Wohnzimmer liegt voller Würste, Trockenfleisch,Brot und sonstigen Gaben. Einige Fotos, Karten und Briefe von Freunden und Nachbarn sind dabei. Jolka hat feuchte Augen. Sie entschuldigt sich. Sie muss wieder zur Arbeit gehen.

Oliwia spielt die Dolmetscherin. Zwei Familienangehörige sprechen auch Deutsch. Etwas unsicher und nicht ganz perfekt.

Die Familie kannte Soltan persönlich. Er war ein Mal mit Darek da und zwei Mal ohne, Jolka besuchen. Man hat damals wegen der Hochzeit gestritten. Aber man hätte sich geeinigt. Jolka sollte als Mitgift, eine Ablöse bekommen. Sie war damit einverstanden. Soltan selbst hätte gesagt, er hat zu Hause auch viel Land als Erbe zu erwarten. Das Ganze geht also ohne nachhaltigen Streit zu lösen. Toni sieht sein Motiv zusammenbrechen.

'Was jetzt', denkt er sich.

"Wie hoch wäre denn die Ablöse?", fragt Monika trocken nach. Das scheint eher eine vergleichende Neugierde zu sein. Wie scheint, möchte sie das mit Südtiroler Verhältnissen vergleichen. Bei der Frage kommen stattliche Beträge heraus, bei denen selbst Südtiroler blass werden würden. Die Angebote reichen von stattlichen Einmalzahlungen bis zu lebenslangen Abfindungen in Form von Renten. Dabei schien ein Familienmitglied das andere, überbieten zu wollen. Toni schluckt, obwohl er selbst Nutznießer einer vergleichbaren Regelung ist. Jetzt begreift er langsam den Wert seiner Hütte. Dafür haben Familienmitglieder schwer gearbeitet.

Fortsetzung folgt

Fortsetzung Die Spur

Die Tür öffnet sich und sämtliche Knechte kommen herein. Sie decken schnell den Tisch. Das Essen hat Josef schon fertig gemacht. Es dauert nicht lange und zwei junge Frauen kommen hinzu. Sie arbeiten nicht auf dem Hof. Sofort nach dem Eintreten reichen sie die Hand zum Gruß und stellen sich mit Linda und Zelma vor. Toni hört ihren Ungarischen Akzent. Ihr Abend ist schon ausgebucht. Sie arbeiten in einem Hotel des Ortes. Abends müssen sie wieder gehen. Zum Abdecken. Ein Polnischer Knecht lästert: "Zum decken." Alle am Tisch lachen.

Barbara erklärt das Monika etwas genauer. "Die Kolleginnen kommen oft sehr spät oder erst früh am Morgen."

"Du kennst sie?", fragt Toni.

"Wir kennen uns alle untereinander."

Toni fragt die Frauen und Josef, ob er deren Zimmer mal sehen darf. Josef ist sofort einverstanden. Linda wirkt etwas aufgeregt. "Unser Zimmer sieht etwas aus. Wir hatten bis jetzt keine Zeit zum Putzen." Monika sagt den Zweien, sie sind Einiges gewöhnt. Barbara bestätigt das und beruhigt ihre Kolleginnen.

Das Zimmer sieht aus wie die in Bozen. Es liegen Pariser und Unterwäsche herum. Die Betten sind mit Flecken sämtlicher Körperflüssigkeiten garniert. Zelma wird knallrot dabei und kann sich schlecht das Lachen unterdrücken. Monika kann sich einen Scherz nicht verkneifen. "Masturbieren müssen sie sicher nicht mehr."

"Das scheint nur so", antwortet Linda. "Wie ist es bei ihnen?"

Zelma lacht und gibt Linda ein Küsschen. Toni kann sich das Lachen schlecht verkneifen. Bei der Suche im Zimmer fällt den Beiden nichts auf. Nur, die vielen Handys. "Wir haben für jede Verbindung ein Handy", sagt Linda. "Kann ich die mal kurz kontrollieren?", fragt Monika. "Bitte", antwortet Zelma.

"Tatsächlich", sagt Monika. "Jedes Handy hat eine Verbindung im Telefonbuch."

Die Zwei verabschieden sich und werden freundlich verabschiedet.

Josef bringt die Zwei an die Tür. An der Tür werden sie von Josefs Frau empfangen. Sie kommt gerade nach Hause. "Oi", sagt sie kurz zu den Zweien. "Josef hatte mich schon angerufen. Habt ihr Etwas gefunden?"

"Nein. Schönen Tag noch."

"Danke, gleichfalls."

Die Knechte striegeln gerade zwei Haflinger. Das Haar der Pferde zupfen sie sorgfältig ab und sammeln es in einem Sack. "Wir machen Schmuck daraus", sagt ihnen ein Knecht.

"Zigeunerkunst aus Polen", antwortet Toni.

Alle lachen.

Auf der Heimfahrt werten die Zwei ihre Erkenntnisse aus. Sie scheinen der Lösung näher zu kommen. Die Frauen arbeiten für ihre Familien und Kinder. Die sind nicht kriminell. "Wir müssen uns deren Umfeld genauer ansehen", sagt Monika. Toni findet auch keine Hinweise auf die Zuhälterei der männlichen Kollegen. Das scheint sich tatsächlich um Volksmund zu handeln. Es gibt aber Hinweise darauf, die Männer der Frauen scheinen ihre Tätigkeit zu organisieren. Darek hat nach den bisherigen Erkenntnisse, seine Handelsgüter gekauft. Er ist von Haus zu Haus gefahren und hat dort, nicht benötigte Dinge gekauft. Das Gleiche hat er in Hotels, Leihbetrieben und Gaststätten getan. Er ist ein ehrlicher Händler von Gebrauchtgütern. Die Nachfrage zu Hause scheint groß zu sein.

Im Büro bekommen die auch die entsprechenden Meldungen der Zollbehörden. Es gibt keine Hinweise über Zollvergehen und versuchten Schmuggel.

Bei den Schmugglern und Dieben muss es sich also um andere Leute handeln. Die Frage ist jetzt, ob die Soltan auf dem Gewissen haben.

"Von irgend Jemand müssen die aber die Hinweise bekommen", sagt Toni. "Es gibt trotzdem Verbindungen zu den Schmugglern." Toni hat sich nicht umsonst verbissen in diese Vermutung.

Fortsetzung folgt

Das ist ein Foto vom 15112015:-))

Fortsetzung Die Spur

Beim Besuch des Stalles, fallen Monika recht hektische Tätigkeiten auf. In der Tenne stehen zwei Fahrzeuge mit polnischen Targas. Unter den Knechten ist eine Frau. Und die erkennt Monika. Barbara. Barbara ist wunderschön und nicht so dürr wie ein Kleiderbügel. Angeblich ist sie zu Hause im Urlaub. Toni möchte Barbara vernehmen. Josef gibt ihm das gute Zimmer dafür. Eigentlich sind auf Bauernhöfen die guten Zimmer nur für Sonntage und Feiertage reserviert. Es sei denn, besondere Feierlichkeiten liegen an. Gäste kommen natürlich auch in den Genuss des guten Zimmers. Dafür müssen sie sich auch nicht extra die Haxen abkratzen oder gar das Schuhwerk wechseln. Gastfreundschaft auf ländliche Art eben.

Barbara zeigt sich überrascht. Sie hat nie behauptet, im Urlaub zu sein. "Wer hat das gesagt?", will sie wissen.

"Ihre Mitbewohner in Bozen", antwortet Monika.

Toni hält sich etwas zurück. Monika kann das Herz und den Mund einer Geschlechtsgenossin leichter erweichen. Barbara spürt sofort, woher der Wind weht. "Ich arbeite in Bozen ein bis zwei Mal die Woche. Unsere Familie möchte essen. Ich sorge dafür. Die Damen von hier machen das für Posten, Gold, Geld, Grundstücke und Luxus. Auch für einen Trauschein mit anschließender Scheidung. Was ist das? Etwa kein Strich?"

Monika muss lachen. Toni schmunzelt bei der Bemerkung. Eigentlich hat er Barbara jetzt im Sack. Die richtigen Fragen und er erfährt so ziemlich Alles.

"Barbara; sag mir mal, ob ihr hier auch Diebesgut lagert."

"Hier nicht. Das verteilen wir sofort auf unsere Lastwagen."

"Warum stehlt ihr?"

"Wir müssen essen und trinken. Unsere Ärzte wollen jetzt auch Geld. Wir haben auch kranke Eltern."

Toni versteht das. Monika sicher auch.

"Gab es Streit mit Soltan?"

"Soltan war mein Freund. Wir hätten nie gestritten."

Die Aussagen klingen wahr. Auch am Gesicht ist keine Spur einer Lüge.

"Kennst du Jolka?"

"Aber ja. Wir gehen zusammen in Bozen anschaffen."

"Wer ist die Chefin? Jolka oder du?"

"Das Finanzielle macht alles Jolka."

"Kommt bei euch auch Hannes kassieren?"

"Der ist leicht glücklich zu machen."

"Steht ihr auch in der Bar neben eurem Wohnhaus?"

"Aber sicher."

"Barbara; geb mir mal bitte deine Telefonnummer."

"Ruf mich aber bitte nicht an. Unsere Telefone kontrolliert irgend Jemand."

"An welchen Tagen erreichen wir dich in Bozen?"

"Ganz sicher, am Freitag. Unseren Standort kennt ihr ja. Du musst aber unbekannte Freier schicken."

Eigentlich hat Toni alles erfahren, was er betreffs des Schmuggels erfahren wollte. Das Diebesgut wird kaum zwischen gelagert und sofort weg gefahren. Gerade auch in kleinen Mengen. Das Lager ist dann sicher zu Hause in Polen.

Monika hat von den Telefonen die Nummern aufgeschrieben. Das zu überprüfen, überlässt sie einer anderen Abteilung.

Die Befragung der anderen Knechte brachte trotzdem dieses und jenes Detail ans Licht. Auf alle Fälle, kennen sich Alle untereinander. Offensichtlich werden auch die Kollegen bisweilen versorgt. Immerhin sind die auch sehr lange von zu Hause weg.

Josef hört, wie Monika, Toni fragt, wo sie jetzt etwas essen gehen.

"Wir haben jetzt Jause", sagt Josef und lädt die Zwei dazu ein.

Fortsetzung folgt

Fortsetzung Die Spur

Bei Schorsch finden sie Ersatzteile für Fahrzeuge.

"Wenn ich Etwas brauche, komme ich zu dir", sagt Toni. Er hält einen Kettensatz von seiner Marke in der Hand, den er sonst nicht unter vierhundert Euro bekommt.

"Ist der original?", fragt er.

"Was ist original in der heutigen Welt?"

Toni muss ihm Recht geben.

Sie verabschieden sich von Schorsch. Als Nächstes fahren sie nach Graun. In Graun ist Toni relativ oft. Vor allem dann, wenn er ins benachbarte Österreich zum Tanken fährt. In Graun auf dem Parkplatz am Turm, treffen sich oft die motorisierten Kollegen. Graun ist dabei der Ausgangspunkt für gemeinsame Touren. Die dabei eingesparten dreißig Cent je Liter, können sie dann einem Imbissbetreiber zu kommen lassen. Die kleine Umverteilung findet Toni gerecht.

Der nahe gelegene Stall mit dem angebauten Stadel ist ihr Ziel. Auch hier finden sie den Bauer umgehend. Er fährt gerade mit dem Traktor den Mist zusammen.

Nach der Vorstellung gehen sie sofort in die entsprechenden Räume. Rudi zeigt ihnen gleich sein Lager. Sie werden stutzig. Hat vielleicht Schorsch hier schon angerufen? Rudi ist erstaunlich, gründlich informiert. Rudi macht sein Geschäft mit Sportschuhen und Fahrradzubehör. Toni würde sich nicht wundern, wenn er das örtliche Sportgeschäft direkt beliefert. Eine tiefe Kontrolle ergibt nichts Neues. Es sei denn, die Lager sind frisch geräumt. Nebenbei erkundigt sich Monika bei Rudi nach den Frauen und Helfern auf de Hof. Dabei kommen ein paar nützliche Informationen heraus. Die Frauen übernachten oft in den Hotels der Umgebung. Vornehmlich außerhalb der Saisonzeiten. In den Saisonzeiten stehen ihnen Möglichkeiten bei den privaten Vermietern offen. Es gibt auch Personalunterkünfte, die rege genutzt werden.

Toni und Monika wird langsam aber sicher die Größe des Netzwerkes bewusst.

"Wenn die ihre Beute gut verteilen und bewegen, finden wir nichts", sagt Toni. Genau das, denkt sich auch Monika. "Wir müssen sie in der Bewegung erwischen."

Trotzdem fahren sie jetzt zu dem letzten Hof. Es geht weit ins Langtauferer Tal hinein. Dort werden sie schon erwartet. Josef sitzt ebenfalls auf seinem Traktor. Er hat Stöpsel im Ohr. Toni meint, Musik bei ihm zu hören. Er gibt ein Zeichen. Josef stellt die Musik ab und nimmt die Stöpsel aus dem Ohr. Toni und Monika stellen sich vor. Josef tut so, als wäre er überrascht. Er bittet die Zwei in die Küche. Dort sieht es etwas unaufgeräumt aus. Auf die Frage, wo seine Familienangehörigen sind, antwortet er eher schüchtern. "Sie arbeiten in Samnaun."

Die zwei Kommissare sehen, das Leben in dem Tal ist nicht einfach. Das Tal ist ziemlich kalt und eine gängige Infrastruktur gibt es auf dem Reschen nicht. In Zeiten der geschlossenen Grenzen war das Leben dort einfacher.

Auf die Frage, ob er noch schmuggelt, antwortet er ziemlich gelassen: "Ja". Seine Lagerräume zeigt er freiwillig und ohne jeglichen Druck. In der Küche liegen vier Handys. Das macht Monika stutzig. Mit einem Zeichen gibt sie Toni zu verstehen, er solle Josef mal etwas ablenken. Monika will nur sehen, wem die Handys gehören und welche Rufnummern sie haben. "Das sind die Handys meiner Knechte", sagt Josef, als er das Interesse Monikas bemerkt.

"Wo sind die?"

"Sie arbeiten in der Tenne und im Stall."

Fortsetzung folgt

Ein Blick ins Cembratal

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