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Adventsgebäck

Adventsgebäck

 

Jetzt ist die Zeit, Weihnachts- und Adventsgebäck zu backen.

Ich gehe jetzt nicht auf die einzelnen Rezepte ein. Auch nicht, auf das Gelingen oder nicht.

Mit meinem Tipp, möchte ich jedoch ein maßgebliches Kriterium des Geschmackes und Gelingens erwähnen.

Die Feuchtigkeit der Backware.

Unsereiner weiß, wovon er spricht. Gerade, weil wir aus einer Region kommen, in der Stollen der Maßstab des Könnens ist.

Eine Methode des Backens ist die Zugabe von süßen Bröseln in den jeweiligen Teigansatz. Bei Lebkuchen darf es Soßenkuchen sein. Bei Mürbeteig und Hefeteig kann es geriebener, getrockneter Biskuit sein oder geriebener Keks. Die Brösel werden kurz vor dem Portionieren und Backen zugegeben und, mitunter recht mühevoll, glatt eingearbeitet.

Die wichtigste Tätigkeit kommt aber noch. Und zwar, unmittelbar nach dem Backen.

Köche haben es relativ einfach in Profiküchen. Sie können die Backwaren bei Bedarf befeuchten. Wohl in der Kenntnis, dass getrocknete und trockene Ware bedeutend länger gelagert werden kann. Es gilt die Richtlinie, je trockener eine Backware, desto länger ist sie lagerbar.

Diverse Backwaren erwirbt man auf Vorrat, andere, werden frisch verzehrt.

Der Stollen ist neben dem Plätzchen und Lebkuchen eine Backware, die bei richtiger Verarbeitung, eine gewisse Lagerung benötigt. In dieser Zeit wird der Stollen, nach dem Backen und vor dem Bestreichen, befeuchtet. Heute geht das in Profiküchen etwas schneller. Die Backware wird nach dem Backen oder vor dem Servieren, einfach ein paar Minuten gedämpft.

Nach dem Dämpfen gibt man die Backware in ein Behältnis, auch Foliensäcke sind geeignet und lagert die Backware kühl aber nicht in Kühlmöbeln.

In Haushalten gibt es kaum Dämpfer. Dort muss die Backware mit einem Feinsprüher, der mit etwas Rumwasser 1:2/1:3 gefüllt ist, besprüht werden. Einmal sprüht der Bäcker kurz nach dem Backvorgang und mindestens ein zweites Mal, nach dem Abkühlen. Gleiches gilt bei gelagerten Backwaren.

Nach dem Besprühen muss das Gebäck wieder luftdicht verpackt werden.

Erst nach diesem Reifevorgang, kann das Backgut bestrichen oder beschichtet werden. Eine kleine Druck- oder Kostprobe schadet nicht. Die Befeuchtung im abgekühlten Zustand, dauert etwa einen bis zwei Tage.

Ist uns nach der Probe das Gebäck noch immer zu trocken, werden wir die Befeuchtung wiederholen müssen. Nach dem zweiten Versuch, ist das dann schon Routine.

Bis in die jüngste Vergangenheit, hat man der Backware in Dosen oder Schachteln, Feuchtigkeit spendende Zutaten zu gegeben.

Der Nachteil ist schnell erwähnt. Es besteht Schimmelgefahr bei dieser Methode.

Ausfahrt 261121

Ausfahrt 261121

 

Die heutige Ausfahrt führte uns an den Gardasee. Da war es tatsächlich fast zehn Grad wärmer als bei uns hier.

Und nicht nur das.

Offensichtlich ist bei uns der Benzinpreis an die Temperatur gebunden. Benzin und Diesel waren auch zehn Cent niedriger.

Bisher dachte ich, der Benzinpreis ist an den Gaspreis gebunden.

Wir hatten auch eine Kontrolle von freundlichen Carabinieri. Ausweiskontrolle.

Wie wir wissen, befinden sich einige Gemeinden in Südtirol im Ausgangsverbot. Und schau. Am Gardasee wird das kontrolliert. Die Carabinieri aus Malcesine kennen uns Südtiroler.

Die Strecke von Riva nach Garda herrscht eine Geschwindigkeitsvorgabe von 50 km/h. Auf zwei Kilometern darf man dem Tod in die Augen schauen und 70 km/h fahren.

Durch die Ortschaften wurden wir laufend überholt, weil wir 50 km/h fuhren. Überholt wurden wir mit deutlich über 50 km/h; ich schätze, 70km/h und mehr. Die Überholer waren, und jetzt halten wir uns fest, ausnahmslos Frauen. Und jetzt kommt der Clou. Alle diese Überholer (-innen) fuhren einen Panzer. Das sind die Geräte, die sich an Fußgängerschutzstreifen schlecht bremsen lassen.

Waren es nicht die Frauen, die lautstark, die Sicherheit ihrer Kinder im Straßenverkehr forderten? Genau aus dem Grund, wurden so viele teure Blitzeinrichtungen gebaut. Natürlich für Ortsfremde.

Fortsetzung Die neuen Spuren

Nach dem Treffen fahren die Zwei wieder ins Büro. Verena hat Toni eine Notiz auf den Tisch gelegt. Die Familie von Jolka war auch da. Auf dem Zettel steht nicht, ob es die ganze Familie war oder nur die Eltern. Also, war nicht nur die Familie von Darek in Südtirol, sondern auch die Familie von Jolka. Der Kreis der Verdächtigen wächst. Interessant wäre jetzt, zu erfahren, wann sie da waren. Zunächst wollen die Zwei heraus bekommen, welche Autos die jeweiligen Familien fahren. Bei Dareks Familie ist es klar. Bei Jolkas Familie wird das nicht viel anders sein. Die Nummern hat sich Monika schon notiert. Jetzt werden die Zwei Kontakt mit Sterzing und dem Mautsystem von ANAS aufnehmen. Deren Videos werden benötigt. Die ASFINAG aus Österreich kann ebenfalls sehr behilflich sein. Da die Kollegen dort so und so ermitteln, dürfte die Antragstellung kein Problem darstellen.

Langsam aber sicher trudeln die Kollegen ein. Man möchte die Beförderung von Monika feiern. Auf dem Aschbach. Die Kollegen fahren mit dem Kleinbus. Monika und Toni bevorzugen die Seilbahn. Schon allein deswegen, weil sie morgens gern mit dem Motorrad fahren.

Kaum treffen sie im Restaurant ein, stehen die Kollegen auf und applaudieren. Monika bekommt einen Umschlag. Nach dem Öffnen darf sie lesen, die Kollegen schenken ihr eine Fahrausbildung für das Motorrad. Für die Praxis darf sie schon mal einen Scooter nutzen. Der steht unten am Arbeitsplatz.

Am folgenden Morgen fragt Toni leicht verkatert, ob sie es mit dem Motorrad versuchen, auf Arbeit zu fahren.
"Du bist noch zu besoffen", antwortet Monika. "Willst du etwa so auf Arbeit fahren wie die Anderen?"

Die Zwei entscheiden sich, mit der Bahn zu fahren.

Nach fast einer Stunde Fußweg ins Büro, fühlt sich Toni wieder frischer. Das braucht er jetzt auch. Jolka muss befragt werden. Sie fahren mit dem Dienstauto nach Bozen. In der Bar von Hannes trinken sie noch Kaffee. Hannes wirkt heute nicht so frisch wie gestern. "Gestern war eine lange Nacht", sagt er.

"Wo ist Jolka?", fragt Monika. Hannes wirkt etwas misstrauisch.

"Jolka ist noch da. Sie schläft in der Trentiner Straße."

"Also bei Witek und Danuta?"

"Ja."

Die Zwei gehen in die Trentiner Straße. Jolka ist da. In der Wohnung sind gerade acht Personen. Witek sagt, sie haben die dritte Wohnung in der Vigilstraße für Besuch frei gemacht. Das klingt glaubwürdig. Danuta bietet den Zweien gleich Kaffee an. Den lehnen sie nicht ab. Beim Kaffeetrinken fragen sie Jolka noch einmal, wann denn ihre Familienangehörigen nun in Südtirol waren.

"Eigentlich ist fast jeden Monat ein Familienmitglied hier bei uns."

"Wegen der Autos?", fragt Monika.

"Nein. Sie kaufen ein paar Lebensmittel und Dinge, die zu Hause gebraucht werden."

"Wie viele Geschwister hast du?"

"Drei. Die Eltern und Großeltern kommen auch manchmal mit."

"Du hattest uns aber gesagt, in letzter Zeit keinen Besuch bekommen zu haben."

"Der Besuch galt nicht unbedingt mir. Es geht um Arbeit, Bewerbungen und Erntehilfe."

"Gut. Danke."

Die Auswertungen von den Autobahnkontrollen werden das bestätigen. Toni erwartet die schon im Büro. Damit sind die Angehörigen von Jolka schon mal im Visier von Toni. Er möchte gern wissen, wie die zu Jolka und Soltan standen und stehen. Die Polnischen Kollegen müssen das zu Hause heraus bekommen.

Jetzt gehen sie hinüber in die Vigilstraße. Auf dem Hof steht ein Auto mit Ungarischem Kennzeichen. Monika fragt sofort, ob eventuell Soltans Familie da ist. Volltreffer. Aus dem Grund, sind die anderen Wohnungen stark belegt. Man zieht zusammen, um etwas Platz zu gewinnen.

Fortsetzung folgt

Molveno März 2015

Fortsetzung Die neuen Spuren

Im Büro hinter der Rezeption treffen sie Silvio. Seine Sekretärin hat heute statt dem Kurzen Schwarzen ein noch kürzeres Blaues an. Toni meint, zeitweise den Zwickel zu erkennen. Zufällig hört er, wie Silvio sie ruft. Alenka. Das ist sicher kein Italienischer Name. Alenka hört Toni und Monika kommen und geht sofort zur Rezeption.

"Ist der Chef im Haus", fragt Toni.

"Ja. Ich sage ihm Bescheid."

"Woher kommen sie, Alenka?"

"Aus Polen."

"Darek kennen sie?"

"Darek kommt aus unserem Nachbarort."

"Und die Vigilstraße in Bozen kennen sie auch?"

"Ja. Flüchtig."

"Was macht Dareks Familie zu Hause?"

"Viehzucht und Landwirtschaft."

"Und ihre Familie?"

"Das Gleiche. Nur bedeutend kleiner."

"Lebt ihr davon gut in Polen?"

"Wenn wir davon leben könnten, wären wir nicht hier."

Oh. Toni schluckt. Die Antwort kam wie eine Ohrfeige.

Silvio kommt.

"Wir brauchen mal einen Raum, in dem wir uns ungestört unterhalten können."

Silvio wirft Toni und Monika einen fragenden Blick zu.

"Wir gehen ins Konferenzzimmer." Er geht vor und die Zwei folgen ihm. Eine Bedienung ist sofort zur Stelle und fragt, was sie wollen. Das Jausen - Buffet ist noch aufgebaut. Silvio bestellt Kaffee und etwas Kuchen.

"Uns interessiert, wie die Trentiner und die Vigilstraße in Bozen organisiert ist", sagt Monika.

Silvio ist etwas überrascht. Toni beobachtet das genau.

"Was wollt ihr darüber wissen?"

"Naja. Zuerst, wer diese Wohnungen vermittelt hat."

"Ich. Ich komme aus dem Viertel und kenne Hannes, den Besitzer der Häuser."

"Wer mietet die Wohnungen der Arbeiter?"

"Wir. Wir mieten sie als Personalwohnungen."

"Also, zahlt die Hotelgruppe an Hannes die Miete?"

"Ja. Wollt ihr die Abrechnung sehen?"

"Gerne", sagt Toni.

Silvio geht an seine Ordner und sucht den betreffenden. Monika schaut Toni an. Toni nickt mit den Augen.

'Die gehen doch bei den Frauen tatsächlich doppelt kassieren' denkt sich Toni. 'Einmal mit der Miete als Betriebsausgabe und einmal in die eigene Tasche.'

"Wo hat denn eure Hotelkette überall Hotels?"

"Naja. Eigentlich in Bozen, im Unterland, in Brixen, im Vinschgau und sogar im Pustertal."

"Da ist ja Bozen sozusagen, das Zentrum für die Personalunterkünfte."

"Wir haben auch in den Hotels noch Kapazitäten. Vor allem, wenn die täglichen Arbeitswege zu weit sind."

"Wer organisiert die freien Tage?", fragt Monika noch nach.

"Hauptsächlich die Abteilungsleiter und ich genehmige das oder nicht."

"Damit weißt du Bescheid, wer gerade frei hat und wer nicht?"

"Exakt."

"Weiß das außer dir noch Jemand?"

"Die Kollegen von denen, die frei haben."

"Hannes auch?"

"Den rufe ich an wegen der Zimmerbelegung."

"Dein Konto ist ziemlich geladen", sagt Toni.

"Oh. Habt ihr mein Konto kontrolliert?"

"Naja. In einem Mordfall ist das nicht ungewöhnlich."

"Ich bekomme hier und da ein paar Zuwendungen von Firmen, die bei uns buchen."

"Für spezielle Zimmer oder Leistungen?"

"Das dürft ihr aber bitte nicht meiner Hotelgruppe sagen. Es gibt schon Firmen, die Seminare und so weiter bestellen. Die geben mitunter ein Trinkgeld."

"Gehen wir Kaffee trinken", sagt Monika. Sie hat den Kuchen des örtlichen Bäckers entdeckt.

Im Grund wissen sie jetzt Bescheid. Silvio organisiert den Strich mit Hannes zusammen. Ob jetzt noch andere Hoteliers mit drinnen stecken, müssen die Zwei noch heraus finden.

"Welches Auto fährst du, Silvio?", fragt Toni.

"Den Maserati in der Tiefgarage."

"Den Ghibli?"

"Ja."

"Gebraucht gekauft?"

"Ist das wichtig?"

"Gut, Silvio. Wir sehen uns sicher wieder. Bis zum nächsten Mal."

"Tschüß. Wir sind demnächst bei euch, Monika."

"Alle?"

"Ja. Zur Betriebsausfahrt."

"Bis dann!"

Vor der Tür sagt Monika, "den haben wir schon im Sack."

Fortsetzung folgt

Allein auf dem Jaufen; scheinbar. Schon bei der Abfahrt kamen uns zwei italienische, mit Ragazzi voll besetzte Autos entgegen, die sich riesig über den Schnee, die Ruhe und die Aussicht freuten. Es ist um diese Jahreszeit einfach schön, durch diese Pässe fahren zu dürfen.

Fortsetzung Die neuen Spuren

Das Treffen mit den Spitzeln bringt völlig neue, interessante Ergebnisse. Die neuen Spuren führen ins bekannte Milieu. Wahrscheinlich ist doch Zuhälterei und Erpressung im Spiel. Jedenfalls haben die Spitzel heraus bekommen, die Frauen verdienen bedeutend mehr als sie nach Hause schicken. Bisher können Monika und Toni nur schätzen. Die Frauen bezahlen um die Hälfte ihrer Einnahmen an Andere. Zusammen gerechnet, handelt es sich um gewaltige Beträge.

Toni ordnet sofort an, sämtliche Konten aller Beteiligten zu überprüfen. Er glaubt, dort des Rätsels Lösung zu finden. Monika sieht das ähnlich. Monika ist mittlerweile zum Inspektor befördert worden.

"Inspektor Monika", sagt Toni. "Das muss gefeiert werden." Monika ist damit eingestellt und kein freier Mitarbeiter mehr. Sie können jetzt täglich zusammen auf Arbeit und nach Hause fahren. "Hat das Marco eingerührt?", fragt Monika.

"Sicher", antwortet Toni.

Die Tür geht auf und Marco kommt. Er hat Prosecco in der Hand. "Ich gratuliere zur Beförderung!"

"Jetzt können wir nichts trinken", sagt Toni.

"Das trinken wir heute Abend bei Euch auf der Hütte."

"Alle? So viel Platz haben wir gar nicht."

"Wir gehen ins Restaurant. Ich habe schon angerufen. Ihr fahrt jetzt noch mal zu Silvio in die Alpenrast."

Marco gibt Toni einen Zettel in die Hand mit Fragen, die er gern geklärt haben möchte. Es betrifft Kontostände, Einnahmen und Ausgaben. Als das Toni liest, rollt er mit den Augen. "So viel verdient ein Hotelmanager? Warum bin ich Kriminaler?"

"Frag mal bei der Hotelgruppe. Du wirst staunen."

"Warum?"

"Bei denen verdient er das nicht. Deshalb sollst du ihn befragen. Schau auch gleich mal nach, welches Auto er fährt."

Das klingt schon ziemlich dringend. Kaum sind sie auf dem großen Parkplatz in Kurzras, sehen sie Darek an seinem Auto. Sie gehen zu ihm.

"Es gibt noch Fragen, Darek", sagt Toni.

Darek stellt sich nicht dumm und schon gar nicht unwissend. Er scheint sofort zu ahnen, worum es geht.

"Hast du heute frei?, fragt Toni.

"Ja. Ich will mal nach Bozen fahren."

"Deswegen haben wir ein paar Fragen."

"Gerne."

"Wann hat Jolka frei? Habt ihr wenigstens auch mal zusammen frei?"

"Schon. Aber sehr selten."

"Wer macht eure Schichtpläne?"

"Ich. Die werden im Büro kontrolliert und bei Bedarf angepasst."

"Wann triffst du deine Frau?"

Darek scheint langsam zu begreifen, um was es geht.

"Ich hole sie manchmal von ihrer Arbeit in Bozen ab."

"In der Nacht?"

"Ja. Manchmal ist die Zeit bis zum Frühstücksservice ziemlich knapp."

"Schläfst du auch manchmal in der Vigilstraße?"

"Selten. Meist schlafe ich in der Trentiner."

"Macht Jolka die Abrechnung mit dem Vermieter?"

"Ja."

Das Ja klingt etwas aufgeregt. Darek scheint das ziemlich zu stören. Er verzieht sichtbar das Gesicht.

"Wir suchen schon eine geraume Zeit eine andere Wohnung. Mit unseren Papieren ist das nicht einfach. Die Vermieter wollen einfach zu viel."

Fortsetzung folgt

Wir schauen vom Jaufen in Richtung Sterzing