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Fortsetzung Die Saisonpause

Außerdem wird das Geld knapp. Joana bekommt erst im kommenden Monat, Lohn. Meine Rundreisen sind bei den Benzinpreisen auch nicht billig. Jeden Tag, fünf und Zwanzig bis dreißig Euro Benzin, kosten im Monat auch sieben Hundert bis tausend Euro. Die Reifen als auch andere Ersatzteile sind nicht eingerechnet. Ein kleiner Sturz ist mit einem Zweirad immer ein zu kalkulieren. Das wäre das Ende. Gerade im Frühjahr sind bei uns recht wilde Fahrer unterwegs. Nicht nur Motorradfahrer. Auch Kurven schneidende Autofahrer. Während einer kleinen Tour von zweihundert Kilometern, muß ich mindestens zwei Mal einem Unfall verhindern. Erst heute macht eine Frau bei Grün, an unserem Fußgängerüberweg in der Töll eine Vollbremsung. Sie bittet die Radfahrer, bei ihrem Rot, die Straße zu überqueren. Dabei hält der Gegenverkehr natürlich zu Recht, nicht. Ich weiß nicht, wie man diese Krankheit nennt. In einer Situation möchten so viele Fahrer wie möglich, die Ampel passieren. Dort gibt es immer Stau und das recht umfangreich. Ich konnte das Motorrad gerade so bremsen. Die Stoßstange habe ich schon leicht geküßt. Zum Glück hat die es nicht bemerkt. In dem Zustand kann das leicht zum Herzinfarkt führen. Gehirnschlag ist da keiner zu befürchten.
Zu meinen Rundreisen nehme ich für gewöhnlich Getränke und etwas zu Essen mit. Auch reichlich Kaffee. Nicht selten dauern die Runden für mehrere Bewerbungsgespräche, zehn Stunden und mehr. Die einzelnen Objekte fasse ich in Touren zusammen, um die Runden überschaubar zu halten.
Langsam komme ich sogar durcheinander. Wo war ich schon und wie hießen meine Ansprechpartner? In mir entsteht fast der Eindruck, ich würde mit Personen aus einer Familie reden. Bei dem Durcheinander werde ich langsam gezwungen, zu warten, wer mir per Email oder Telefon antwortet und wer nicht. Für gewöhnlich, laufen die Kontakte erst kurz vor Saisonbeginn. Leider kann ich mich nicht in zehn Stücke teilen. Unserem Konto täte das gut.
Zuerst fahre ich nach Kastelruth. Ich dachte mir, von dort auf die Seiser Alm, wäre keine besondere Umstellung nötig. Irrtum. Die fachliche Umstellung ist auch nicht das Problem. Das Problem ist, die Familien kennen sich. Sobald ich dem Einen erzähle, ich war bei dem Anderen, schlägt die Ablehnung zu. Gleichzeitig darf ich lernen, eine angebotene Vertretung ist in den meisten Fällen eine echte Suche nach einem neuen Koch. Man möchte ein Dauerverhältnis unter Vorbehalt. Ich soll die Reserve sein. Kostenlos. Meine Gesprächspartner versuchen mit allen Mitteln, mich ohne eine feste Zusage bei der Stange zu halten. Mir bringt das aber nichts. Das ist Leiharbeit oder Arbeit auf Reserve zu besonders günstigen Konditionen. Ich werde in drei Hotels vorstellig. Alle auf Termin. Schön nacheinander.
Der erste Besuch galt dem Hotel Halbmond. Ein ziemlich großes Anwesen mit einer Ganzjahresgastronomie.
Sie suchen einen Koch?“
Ich hole den Chef“, sagt mir die Rezeptionistin mit Slowakischem Akzent.
Haben Sie dem Chef schon meine Unterlagen ausgedruckt?“
Ja. Welche meinen Sie?“
Meine Bewerbung. Karl.“
Ah ja. Die hat der Chef schon.“
Guten Morgen“, sagt der Mann, der gerade kommt. Ich hätte nie gedacht, den Chef vor mir zu haben. Er hatte eine Art Jagdanzug an und sah ziemlich mitgenommen aus. Golf spielen war der sicher nicht. Vielleicht war er die vergangene Nacht unterwegs, den frischen Braten für das Wochenende zu schießen. Bisweilen neigen auch einige Hoteliers dazu, in diesen Sachen der Balz zu frönen. Nach der Methode: ‚Schatz, ich bin auf der Jagd.‘
Ich suche einen Zweiten.“
Was verdiene ich, wie viele Gäste habe ich zu bekochen und wie sind die Arbeitszeiten?“
Also, die üblichen Fragen. Der Verdienst ist wie immer das schwierigste Thema. Mich wundert das irgendwie. Lohn sind Kosten und die werden bei vollen und halb vollen Hotels sicher eingenommen. Es sei denn, man hat zu viel Personal. Allgemein trifft das aber für Küchen nicht zu.
Wäre das der Fall, müßten wir keine Doppelschichten arbeiten. Ich schätze, auf den Lohnlisten stehen Mitarbeiter, die wir nie sehen. In der DDR haben wir auf diese Art, unsere Reparationen für den Zweiten Weltkrieg bezahlt. Auf unseren Lohnlisten standen auch Sowjetische Kriegshelden, die ihr Leben für unsere Freiheit opferten.
Waldbruch in Richtung Manghenpass
 

Giro 260522

Heute habe ich einen Giro gefahren. Der war sicher keiner von den kurzen Ausflügen. Ich fuhr von Meran nach Bozen, Klausen, ins Grödnertal, durch Grödnerjoch, nach Corvara, den Campolongo nach Arabba, von dort zum Pordoi, dann zum Manghen und zurück über Caldonazzo, Trento und Bozen.
Der Manghen ist komplett neu her gerichtet. Gratulation. Ich schätze, dort geht irgendein Radrennen durch in der kommenden Zeit.
Eigentlich wollte ich etwas Werbung für meine Seite und Bücher mit machen. Das Ansinnen traf auf unfreundliche, bayrische Beamte, die schätzungsweise eine Runde mit ihrem Staatsmotorrad fuhren. Dann kann ich mir auch die verkrampfte Unfreundlichkeit erklären. Und? Meine Anrede der Herrschaften  war natürlich in Sächsisch. Und das hassen die Besatzer. Man läßt sich nicht von Untermenschen anreden.

Spargel kochen

Heute gebe ich mal etwas Spargelkochunterricht. Der ist natürlich für Leute wie mich. Bekanntlich können wir nicht mit dem Besteck umgehen. Also, ein Gabelgericht. Grundsätzlich bevorzuge ich für Sparkel, neue, mehlige Kartoffeln. Die blauen Dinger im Topf sind italienische rote Kartoffeln. Die haben wahrscheinlich etwas gelitten, wie alle Italiener in dieser Zeit. Die besten Kartoffeln zu Spargel sind "Ditta" und die Freunde aus Zypern ernten aktuell im Mittelmeerraum die besten. Der Condin Bernhard handelt die auch. Liebe Italienische Händler, ich bitte Euch innigst, in der kommenden Spargelzeit, Ditta anzubieten. Das rotschalige Zeug geht höchstens für Gnocchi mit viel pasta gialla. 

Das hier ist eine Spezialität aus Alto Viterbese. Wenig Wasser, Salz und eine Prise Zucker.

 

 

 

Eigentlich wollten Sie gerne wissen, wer bei Ihnen...

...immer vor den Feiertagen und bei Naturkatastrophen und Kriegen mit dem Klingelbeutel kommt. Das sind sicher keine Hilfsgruppen:

http://WHO und IKRK stoppen lebenswichtige Arzneimittellieferungen an die Volksrepubliken Donezk und Lugansk

Die Weltgesundheitsorganisation und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz haben die Lieferung lebenswichtiger Medikamente für Patienten mit Diabetes, HIV und AIDS in die Volksrepubliken Donezk und Lugansk eingestellt, berichtet RIA Novosti. Die Leiter der spezialisierten Kliniken in der DVR und der LVR haben die Gesundheitsminister der Republiken trotz der gesendeten Anfragen über die Einstellung der humanitären Lieferungen informiert. „Antiretrovirale Medikamente zur spezifischen Behandlung von HIV-AIDS-Patienten, Diagnosekits zur Durchführung von Studien zur Bestimmung des CD4-Zellenspiegels und der Viruslast wurden zuvor über die humanitäre Leitung des IKRK bereitgestellt. In diesem Jahr wurde der Antrag gestellt, aber bisher ist nichts eingegangen,

 

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