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Kleine Bemerkung am Rande zum Fahrradfahren und Wandern

Nach fünfzig Jahren stehender Küchenarbeit in Sechs-oder Sieben-Tage-Woche mit sechs oder sieben Arbeitstagen in zwölf- bis fünfzehnstunden Schichten pro Woche, darf kein Sesselfurzer erwarten, daß Köche, Fahrradfahren oder Wandern gehen.
Haben Sie schon mal die Beine oder Füße dieser Köche gesehen?
Köche fahren entweder Auto oder motorisiertes Zweirad.

 

 

Corona

Corona



Die ausgebrochene Seuche ist natürlich für einen Saisonarbeiter eine brotlose Zeit. Nach einer zu kurzen Saison des Vorjahres, bekommt eine Saisonkraft natürlich nur begrenzt Arbeitslosengeld, das im günstigsten Fall bei Saisonende im Oktober, bis Februar gezahlt wird. Allgemein könnte ich jetzt die Zeit nutzen, mich bei meinen Verwanden und Bekannten durchzufressen, um etwas Geld zu sparen. Saufen ist mir zu lästig und auch zu luxuriös. In der aktuellen Krise ist das nicht möglich und langsam aber sicher, versucht der Koch, Lebensmittel so zu verarbeiten, wie das die Natur normal vorgesehen hat. Gemüse wird eher gewaschen statt geschält, Kartoffeln werden etwas seltener als Salzkartoffeln gekocht und Fleisch, ausnahmslos als Hackfleisch verzehrt. Rauchen ist zwar auch ein Luxus, aber dem gehe ich natürlich trotzdem nach, weil in der Einsamkeit und Ruhe, einfach keine Möglichkeit besteht, sich das abzugewöhnen ohne rückfällig zu werden. Nun kann ich von meinen Rauchgewohnheiten auch nicht lassen, wenn ich wenig Geld zur Verfügung habe. Mir fiel ein, daß unsere Großeltern während und nach dem Krieg, bisweilen Dinge rauchten, die wir als Medizin oder als Tee konsumieren. Die Spaziergänge, die wir weiterhin nur durchführen dürfen, um uns Rauchwaren oder Lebensmittel einzukaufen, nutze ich jetzt ganz virenfrei, ohne jeglichen Kontakt zu anderen Mitmenschen, um mir die benötigten Kräuter, Brennnesseln, Birkenblätter, Pfefferminz, Zitronenmelisse und so weiter, zum Trocknen einzusammeln. Nach dem Trocknen werden diese Kräuter natürlich fermentiert. Dazu nutzt man für gewöhnlich etwas Alkohol in Form von Rum oder Grappa, je nach Geschmack und gibt dazu etwas Druck auf die Kräuter. In etwa drei Tagen haben wir dann das Ergebnis, das ich an der Luft etwas nachtrocknen lasse. Zum Glück kaufe ich mir Zigarettenpapier und Filter einmal im Jahr nur in Großpackungen. Der Kräutertabak geht jetzt sehr gut zu rollen und, ich staune, das Produkt schmeckt. Ich will jetzt nicht behaupten, daß das gesund ist. Wohl in dem Wissen, daß unsere Großeltern, die das taten, alle fast hundert Jahre alt wurden. Bei dem aktuell sehr hohen Wandereraufkommen, ist natürlich der Platz zur Ernte der Kräuter sorgfältig auszuwählen. Wie wir wissen, gehen sowohl die Wanderer als auch deren Begleiter in Form von Haustieren, bisweilen ein Geschäft verrichten. Ich weiß jetzt nicht, ob das dem Wohlgeschmack der Kräuter dient. Bisher habe ich das noch nicht getestet. Für gewöhnlich wässere ich die Kräuter zu Hause etwa zehn Minuten, bevor ich sie trockne.



Ansonsten wünsche ich meinen Lesern einen angenehmen krisenbedingten Rauchgenuß der ganz neuen, armen Art.


Paprikaeintopf

Paprikaeintopf



Zunächst schneiden wir die gewaschenen Paprika in Stücke, schälen halb so viel Zwiebel und schneiden sie in ähnlich große Stücke. Als Fleischzugabe empfehle ich ein Schweinefleisch, das ich in dünne Scheiben schneide. Die Kartoffeln schneide ich in Stäbchen, ähnlich den pommes frites. Alles zusammen gebe ich in eine Schüssel, füge Salz, Zucker, Pfeffer dazu und vermische das Ganze mit Sonnenblumen- oder Rapsöl. Jetzt stellen wir einen Topf von mindestens achtundzwanzig Zentimeter Durchmesser auf unsere Induktionsplatte, erwärme ihn und gebe den Schüsselinhalt zusammen in den heißen Topf. Die Zutaten müssen ziemlich gut bewegt werden, weil sie in Kürze reichlich Flüssigkeit abgeben. Für den Geschmack kann man Tomatenstücke hinzufügen. Wenn ich das als Suppe essen möchte, gebe ich etwas Wasser hinzu und lasse es einmal kurz aufkochen. Danach darf das Gericht nur noch ziehen.



 


Rosenkohleintopf

Rosenkohleintopf



Rosenkohl ist ein Gemüse, das idealerweise nach dem ersten Frost am besten schmeckt. Er wird frisch und als Feinfrost angeboten. Mein Favorit ist die Feinfrostvariante.



Rosenkohl kocht man am besten wie Spargel, mit Salz und etwas Zucker. Für den Eintopf koche ich den Rosenkohl zusammen mit Kartoffelstücken. Nachdem beides weich ist, gebe ich etwas Butter und Muskat hinzu. Als Fleischzugabe eignet sich besonders ein klassisches Rippchen, das ich nach dem Anbraten, zusammen mit dem Rosenkohl und den Kartoffeln im Stück ansetze und erst nachträglich vom Knochen löse und fein schneide.



 


Grüne-Bohnen-Eintopf

Grüne Bohnen-Eintopf



 



Zunächst braten wir Zwiebel und Speck zusammen an. Dann geben wir Kartoffelstücke dazu und gießen das an. Frische Bohnen schneiden wir in Stücke. Dabei muß nur der Stiel entfernt werden. Manche Köche schneiden die Spitze ab. Das dient lediglich der Dekoration, ist aber reine Rohstoffverschwendung. Nach etwa fünf Minuten geben wir die Bohnenstücke dazu. Bohnen schmecken sehr gut mit Rind-, Lamm- und Selchfleisch. Festes Fleisch, wie Rind und Lamm, schneide ich in recht dünne Scheiben und gebe die in einen Kutter. Aus den gekutterten Fleisch forme ich kleine Nocken und gebe sie zum Eintopf.



Gewürzt wird mit Salz, Pfeffer, Zucker, Bohnenkraut oder Estragon. Der Eintopf ist in rund zwanzig Minuten fertig. Möchte ich das als Suppe essen, gieße ich einfach etwas mehr Brühe an.



 


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