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Fortsetzung Die neuen Spuren

Leblos im Schnalser Stausee

Nach dem Treffen fahren die Zwei wieder ins Büro. Verena hat Toni eine Notiz auf den Tisch gelegt. Die Familie von Jolka war auch da. Auf dem Zettel steht nicht, ob es die ganze Familie war oder nur die Eltern. Also, war nicht nur die Familie von Darek in Südtirol, sondern auch die Familie von Jolka. Der Kreis der Verdächtigen wächst. Interessant wäre jetzt, zu erfahren, wann sie da waren. Zunächst wollen die Zwei heraus bekommen, welche Autos die jeweiligen Familien fahren. Bei Dareks Familie ist es klar. Bei Jolkas Familie wird das nicht viel anders sein. Die Nummern hat sich Monika schon notiert. Jetzt werden die Zwei Kontakt mit Sterzing und dem Mautsystem von ANAS aufnehmen. Deren Videos werden benötigt. Die ASFINAG aus Österreich kann ebenfalls sehr behilflich sein. Da die Kollegen dort so und so ermitteln, dürfte die Antragstellung kein Problem darstellen.

Langsam aber sicher trudeln die Kollegen ein. Man möchte die Beförderung von Monika feiern. Auf dem Aschbach. Die Kollegen fahren mit dem Kleinbus. Monika und Toni bevorzugen die Seilbahn. Schon allein deswegen, weil sie morgens gern mit dem Motorrad fahren.

Kaum treffen sie im Restaurant ein, stehen die Kollegen auf und applaudieren. Monika bekommt einen Umschlag. Nach dem Öffnen darf sie lesen, die Kollegen schenken ihr eine Fahrausbildung für das Motorrad. Für die Praxis darf sie schon mal einen Scooter nutzen. Der steht unten am Arbeitsplatz.

Am folgenden Morgen fragt Toni leicht verkatert, ob sie es mit dem Motorrad versuchen, auf Arbeit zu fahren.
"Du bist noch zu besoffen", antwortet Monika. "Willst du etwa so auf Arbeit fahren wie die Anderen?"

Die Zwei entscheiden sich, mit der Bahn zu fahren.

Nach fast einer Stunde Fußweg ins Büro, fühlt sich Toni wieder frischer. Das braucht er jetzt auch. Jolka muss befragt werden. Sie fahren mit dem Dienstauto nach Bozen. In der Bar von Hannes trinken sie noch Kaffee. Hannes wirkt heute nicht so frisch wie gestern. "Gestern war eine lange Nacht", sagt er.

"Wo ist Jolka?", fragt Monika. Hannes wirkt etwas misstrauisch.

"Jolka ist noch da. Sie schläft in der Trentiner Straße."

"Also bei Witek und Danuta?"

"Ja."

Die Zwei gehen in die Trentiner Straße. Jolka ist da. In der Wohnung sind gerade acht Personen. Witek sagt, sie haben die dritte Wohnung in der Vigilstraße für Besuch frei gemacht. Das klingt glaubwürdig. Danuta bietet den Zweien gleich Kaffee an. Den lehnen sie nicht ab. Beim Kaffeetrinken fragen sie Jolka noch einmal, wann denn ihre Familienangehörigen nun in Südtirol waren.

"Eigentlich ist fast jeden Monat ein Familienmitglied hier bei uns."

"Wegen der Autos?", fragt Monika.

"Nein. Sie kaufen ein paar Lebensmittel und Dinge, die zu Hause gebraucht werden."

"Wie viele Geschwister hast du?"

"Drei. Die Eltern und Großeltern kommen auch manchmal mit."

"Du hattest uns aber gesagt, in letzter Zeit keinen Besuch bekommen zu haben."

"Der Besuch galt nicht unbedingt mir. Es geht um Arbeit, Bewerbungen und Erntehilfe."

"Gut. Danke."

Die Auswertungen von den Autobahnkontrollen werden das bestätigen. Toni erwartet die schon im Büro. Damit sind die Angehörigen von Jolka schon mal im Visier von Toni. Er möchte gern wissen, wie die zu Jolka und Soltan standen und stehen. Die Polnischen Kollegen müssen das zu Hause heraus bekommen.

Jetzt gehen sie hinüber in die Vigilstraße. Auf dem Hof steht ein Auto mit Ungarischem Kennzeichen. Monika fragt sofort, ob eventuell Soltans Familie da ist. Volltreffer. Aus dem Grund, sind die anderen Wohnungen stark belegt. Man zieht zusammen, um etwas Platz zu gewinnen.

Fortsetzung folgt

Molveno März 2015

Fortsetzung Die neuen Spuren

Leblos im Schnalser Stausee

Im Büro hinter der Rezeption treffen sie Silvio. Seine Sekretärin hat heute statt dem Kurzen Schwarzen ein noch kürzeres Blaues an. Toni meint, zeitweise den Zwickel zu erkennen. Zufällig hört er, wie Silvio sie ruft. Alenka. Das ist sicher kein Italienischer Name. Alenka hört Toni und Monika kommen und geht sofort zur Rezeption.

"Ist der Chef im Haus", fragt Toni.

"Ja. Ich sage ihm Bescheid."

"Woher kommen sie, Alenka?"

"Aus Polen."

"Darek kennen sie?"

"Darek kommt aus unserem Nachbarort."

"Und die Vigilstraße in Bozen kennen sie auch?"

"Ja. Flüchtig."

"Was macht Dareks Familie zu Hause?"

"Viehzucht und Landwirtschaft."

"Und ihre Familie?"

"Das Gleiche. Nur bedeutend kleiner."

"Lebt ihr davon gut in Polen?"

"Wenn wir davon leben könnten, wären wir nicht hier."

Oh. Toni schluckt. Die Antwort kam wie eine Ohrfeige.

Silvio kommt.

"Wir brauchen mal einen Raum, in dem wir uns ungestört unterhalten können."

Silvio wirft Toni und Monika einen fragenden Blick zu.

"Wir gehen ins Konferenzzimmer." Er geht vor und die Zwei folgen ihm. Eine Bedienung ist sofort zur Stelle und fragt, was sie wollen. Das Jausen - Buffet ist noch aufgebaut. Silvio bestellt Kaffee und etwas Kuchen.

"Uns interessiert, wie die Trentiner und die Vigilstraße in Bozen organisiert ist", sagt Monika.

Silvio ist etwas überrascht. Toni beobachtet das genau.

"Was wollt ihr darüber wissen?"

"Naja. Zuerst, wer diese Wohnungen vermittelt hat."

"Ich. Ich komme aus dem Viertel und kenne Hannes, den Besitzer der Häuser."

"Wer mietet die Wohnungen der Arbeiter?"

"Wir. Wir mieten sie als Personalwohnungen."

"Also, zahlt die Hotelgruppe an Hannes die Miete?"

"Ja. Wollt ihr die Abrechnung sehen?"

"Gerne", sagt Toni.

Silvio geht an seine Ordner und sucht den betreffenden. Monika schaut Toni an. Toni nickt mit den Augen.

'Die gehen doch bei den Frauen tatsächlich doppelt kassieren' denkt sich Toni. 'Einmal mit der Miete als Betriebsausgabe und einmal in die eigene Tasche.'

"Wo hat denn eure Hotelkette überall Hotels?"

"Naja. Eigentlich in Bozen, im Unterland, in Brixen, im Vinschgau und sogar im Pustertal."

"Da ist ja Bozen sozusagen, das Zentrum für die Personalunterkünfte."

"Wir haben auch in den Hotels noch Kapazitäten. Vor allem, wenn die täglichen Arbeitswege zu weit sind."

"Wer organisiert die freien Tage?", fragt Monika noch nach.

"Hauptsächlich die Abteilungsleiter und ich genehmige das oder nicht."

"Damit weißt du Bescheid, wer gerade frei hat und wer nicht?"

"Exakt."

"Weiß das außer dir noch Jemand?"

"Die Kollegen von denen, die frei haben."

"Hannes auch?"

"Den rufe ich an wegen der Zimmerbelegung."

"Dein Konto ist ziemlich geladen", sagt Toni.

"Oh. Habt ihr mein Konto kontrolliert?"

"Naja. In einem Mordfall ist das nicht ungewöhnlich."

"Ich bekomme hier und da ein paar Zuwendungen von Firmen, die bei uns buchen."

"Für spezielle Zimmer oder Leistungen?"

"Das dürft ihr aber bitte nicht meiner Hotelgruppe sagen. Es gibt schon Firmen, die Seminare und so weiter bestellen. Die geben mitunter ein Trinkgeld."

"Gehen wir Kaffee trinken", sagt Monika. Sie hat den Kuchen des örtlichen Bäckers entdeckt.

Im Grund wissen sie jetzt Bescheid. Silvio organisiert den Strich mit Hannes zusammen. Ob jetzt noch andere Hoteliers mit drinnen stecken, müssen die Zwei noch heraus finden.

"Welches Auto fährst du, Silvio?", fragt Toni.

"Den Maserati in der Tiefgarage."

"Den Ghibli?"

"Ja."

"Gebraucht gekauft?"

"Ist das wichtig?"

"Gut, Silvio. Wir sehen uns sicher wieder. Bis zum nächsten Mal."

"Tschüß. Wir sind demnächst bei euch, Monika."

"Alle?"

"Ja. Zur Betriebsausfahrt."

"Bis dann!"

Vor der Tür sagt Monika, "den haben wir schon im Sack."

Fortsetzung folgt

Allein auf dem Jaufen; scheinbar. Schon bei der Abfahrt kamen uns zwei italienische, mit Ragazzi voll besetzte Autos entgegen, die sich riesig über den Schnee, die Ruhe und die Aussicht freuten. Es ist um diese Jahreszeit einfach schön, durch diese Pässe fahren zu dürfen.

Fortsetzung Die neuen Spuren

Leblos im Schnalser Stausee

Das Treffen mit den Spitzeln bringt völlig neue, interessante Ergebnisse. Die neuen Spuren führen ins bekannte Milieu. Wahrscheinlich ist doch Zuhälterei und Erpressung im Spiel. Jedenfalls haben die Spitzel heraus bekommen, die Frauen verdienen bedeutend mehr als sie nach Hause schicken. Bisher können Monika und Toni nur schätzen. Die Frauen bezahlen um die Hälfte ihrer Einnahmen an Andere. Zusammen gerechnet, handelt es sich um gewaltige Beträge.

Toni ordnet sofort an, sämtliche Konten aller Beteiligten zu überprüfen. Er glaubt, dort des Rätsels Lösung zu finden. Monika sieht das ähnlich. Monika ist mittlerweile zum Inspektor befördert worden.

"Inspektor Monika", sagt Toni. "Das muss gefeiert werden." Monika ist damit eingestellt und kein freier Mitarbeiter mehr. Sie können jetzt täglich zusammen auf Arbeit und nach Hause fahren. "Hat das Marco eingerührt?", fragt Monika.

"Sicher", antwortet Toni.

Die Tür geht auf und Marco kommt. Er hat Prosecco in der Hand. "Ich gratuliere zur Beförderung!"

"Jetzt können wir nichts trinken", sagt Toni.

"Das trinken wir heute Abend bei Euch auf der Hütte."

"Alle? So viel Platz haben wir gar nicht."

"Wir gehen ins Restaurant. Ich habe schon angerufen. Ihr fahrt jetzt noch mal zu Silvio in die Alpenrast."

Marco gibt Toni einen Zettel in die Hand mit Fragen, die er gern geklärt haben möchte. Es betrifft Kontostände, Einnahmen und Ausgaben. Als das Toni liest, rollt er mit den Augen. "So viel verdient ein Hotelmanager? Warum bin ich Kriminaler?"

"Frag mal bei der Hotelgruppe. Du wirst staunen."

"Warum?"

"Bei denen verdient er das nicht. Deshalb sollst du ihn befragen. Schau auch gleich mal nach, welches Auto er fährt."

Das klingt schon ziemlich dringend. Kaum sind sie auf dem großen Parkplatz in Kurzras, sehen sie Darek an seinem Auto. Sie gehen zu ihm.

"Es gibt noch Fragen, Darek", sagt Toni.

Darek stellt sich nicht dumm und schon gar nicht unwissend. Er scheint sofort zu ahnen, worum es geht.

"Hast du heute frei?, fragt Toni.

"Ja. Ich will mal nach Bozen fahren."

"Deswegen haben wir ein paar Fragen."

"Gerne."

"Wann hat Jolka frei? Habt ihr wenigstens auch mal zusammen frei?"

"Schon. Aber sehr selten."

"Wer macht eure Schichtpläne?"

"Ich. Die werden im Büro kontrolliert und bei Bedarf angepasst."

"Wann triffst du deine Frau?"

Darek scheint langsam zu begreifen, um was es geht.

"Ich hole sie manchmal von ihrer Arbeit in Bozen ab."

"In der Nacht?"

"Ja. Manchmal ist die Zeit bis zum Frühstücksservice ziemlich knapp."

"Schläfst du auch manchmal in der Vigilstraße?"

"Selten. Meist schlafe ich in der Trentiner."

"Macht Jolka die Abrechnung mit dem Vermieter?"

"Ja."

Das Ja klingt etwas aufgeregt. Darek scheint das ziemlich zu stören. Er verzieht sichtbar das Gesicht.

"Wir suchen schon eine geraume Zeit eine andere Wohnung. Mit unseren Papieren ist das nicht einfach. Die Vermieter wollen einfach zu viel."

Fortsetzung folgt

Wir schauen vom Jaufen in Richtung Sterzing

Die neuen Spuren

Leblos im Schnalser Stausee

Die neuen Spuren

 

"Das ist kein Leben. Die Männer sind Transitfahrer in ganz Europa. Die Frauen sind Barfrauen und Kellnerinnen. Die sehen sich nie!", sagt Monika.

"Dagegen haben wir Glück", antwortet ihr Toni. Monika gibt ihm ein Küsschen dafür.

"Jetzt kann ich sogar nach vollziehen, warum die sich eine Wohnung mieten", sagt Monika. "Im Hotel, in dem sie arbeiten, bekämen sie garantiert kein Zimmer oder viel Ärger mit dem Chef."

"In Personalunterkünften wird das nicht viel anders sein", pflichtet Toni bei. "Alles unter Beobachtung und Zeitdruck. Da ist ja selbst unser Stallvieh freier."

Die Übergabe von dem Diebesgut findet also direkt statt. "Unsere Arbeit ist das nicht. Wir lassen das so", sagt Toni. "Die Organisation ist aber gut; fast ein Kompliment wert. Was zwingt diese Menschen, so zu handeln?"

"Wie ich es sehe, gehen von den Einnahmen auf dem Strich und vom Lohn, noch gewaltige Beträge weg. Dort sind unsere Übeltäter", sagt Monika. "Ich bin mir fast sicher, in dem Umfeld den Täter zu finden."

Die Nachtschicht ist schnell vorüber. Die Zwei gehen jetzt frühstücken. An die Tankstelle. Sie fahren mit dem Motorrad aus der Stadt auf die MEBO. Kurz nach dem Tunnel, steht das begehrte Objekt. Monika hat Hunger. Sie friert etwas. Drinnen ist reichlich Andrang. Die Arbeiter stehen Schlange. Und nicht nur die. In der Schlange steht eine Bekannte. Linda. Linda vom Reschen aus Kappl. "Ich war arbeiten", sagt sie. Sie sieht übernächtigt aus.

"Hat sich' s gelohnt?", fragt Toni.

"Diese Nacht schon." Sie lächelt etwas aufgesetzt.

"Du musst jetzt hundert Kilometer fahren", sagt Monika. "Schlaf uns ja nicht ein."

"Ich habe heute frei. Gott sei dank."

Nach dem gemeinsamen Kaffeetrinken, verabschiedet sich Linda. Toni und Monika bleiben noch etwas.

"Ich denke, sie hat auch etwas Post mit nach Hause gegeben", sagt Monika. Mit Post meinst sie Geld und eventuell, Diebesgut. Toni sieht das auch so. Auf den Strich kann sie auch wo anders gehen. In Meran oder Schlanders zum Beispiel.

"Wir verlieren uns laufend in die falschen Spuren", sagt Toni. "Wir gehen ständig den Frauen hinterher."

"Ich muss dich heute mal trösten", sagt Monika.

"Wir fahren jetzt oder heute Abend, trotzdem in die Vigilstraße. Ich schätze, wir sind der richtigen Spur ziemlich nahe."

"Zuerst gehen wir schlafen", stöhnt Monika.

Der Doppeldienst zehrt etwas.

Das Motorrad stellen sie wieder ab und fahren mit der Seilbahn auf den Aschbach. In der Seilbahn treffen sie ihren Lieferanten. Der hat frische Brötchen und auch etwas geräucherten Fisch im Beute Den gibt er Toni in die Hand. Auf der kalten Hütte essen die Zwei. In der Zwischenzeit wird es etwas wärmer. Sie gehen sofort schlafen.

Geweckt werden sie von Telefon. Milos und Gabor, als auch Oliwia und Emese, haben einige Neuigkeiten. Sie haben zwischenzeitlich das Vertrauen ihrer Kolleginnen und Kollegen gewonnen. Sie wollen sich mit Monika und Toni treffen. Wie schon früher, vereinbaren sie das Treffen im Schnalstal. Waltraud ist zu Hause und nimmt das Telefonat Tonis an. Sie legt den Schlüssel zur Hütte.

"Das war eine kurze Nacht", sagt Toni gähnend. "Wir müssen ins Schnalstal. Bleibst Du hier?"

Monika überlegt kurz. "Nein. Ich komme mit."

Es ist Mittag. Waltraud hat schnell ein paar Knödel gekocht.

Fortsetzung folgt

Das erste Mal, seit meinem Sturz, konnte ich meine Frau auf eine Runde mitnehmen. Sie hat lange darauf gewartet.

Das sieht dann schon etwas anders als das:

Fortsetzung Die Spur

Leblos im Schnalser Stausee

"Gehen wir noch ins Gardaland?", fragt Veronika, Marco.

"Vielleicht ist es schon zu spät. Frag mal Matteo, ob er noch Lust dazu hat."

Matteo gähnt schon. Die Frage erübrigt sich. Immerhin fahren sie fast zwei Stunden nach Hause.

"Dann gehen wir eben noch etwas spazieren in den Gassen."

Selbst da entdecken sie Kolleginnen von Darek und seinen Freunden.

"Wir müssen mal schauen, mit welchen Autos sie hier her gefahren sind", sagt Toni.

Draußen auf dem Parkplatz gehen sie die Parkreihen ab und finden kein Auto mit Polnischem Kennzeichen.

"Die sind mit Italienischen Targas unterwegs", sagt Marco.

"Vielleicht gibt es bereits Polnische Migranten, die hier ihren Wohnsitz haben", antwortet Toni. "Es könnten auch Ungarn oder Slowaken sein."

"Wir müssen das überprüfen. Eigentlich reicht für die Anmeldung auch ein Zweitwohnsitz."

Die Heimfahrt findet gerade im Arbeiterverkehr statt. Toni wollte das eigentlich vermeiden. Das ist eine unglaubliche Hackerei bis zur Autobahnauffahrt in Affi. Gas - Bremse, und das bis zur Auffahrt. Sie nehmen die Umfahrung ab Peschiera del Garda. Ab da geht es etwas gemütlicher.

Sie fahren noch einmal in Bozen vorbei. Oliwia und Emese haben sich schon fertig gemacht. Marco tropft der Zahn bei ihrem Anblick. Veronika gibt ihm einen Klatsch auf den Hinterkopf. Das scheint kurzzeitig zu wirken.

"Morgen treffen wir uns", sagt er kleinlaut zu den zwei Kolleginnen.

"Wir haben viel Neues zu berichten", sagt Emese.

"Für die Seilbahn ist es jetzt zu spät", sagt Toni. "Wir müssen mit dem Auto hoch fahren."

"Ich fahre euch bis zum Büro. Dort nimmst du den Dienstwagen."

Marco gibt ihm den Schlüssel. Veronika und Matteo wollen mit fahren bis ins Büro. Als sie ankommen, nimmt Monika die Autoschlüssel. "Ich kann mit dem Auto besser umgehen als du."

"Du bist aber auch eine Ausnahme", antwortet Toni.

Monika gibt vor jeder verdeckten Kurve eine Lichthupe. Gegenverkehr treffen sie nur einen. Ihren Nachbarn. Er grüßt freundlich.

An der Hütte hängt wieder ein Beutel mit Brot. In dem Beutel ist auch ein Stück frisch geräucherter Panchetta. Monika tropft der Zahn. Der Panchetta ist wirklich mit Salz getrocknet und nicht mit Pökelsalz eingerieben. Dadurch wird auch der Speck bedeutend bekömmlicher auf frischem Brot.

"Du könntest auch mal etwas Trockenfleisch machen", sagt sie zu Toni.

"Ich glaube, das kannst du besser", antwortet er.

"Lukas hat eine feine Gewürzmischung", sagt Monika.

"Morgen sind wir in Kurzras. Darek muss noch etwas klar stellen."

"Da fahre ich mit."

Fortsetzung folgt