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Der Neubeginn

Der Neubeginn

Zunächst mussten wir uns erst Mal etwas Geld besorgen. Wir hatten weder eine Arbeitsstelle noch ein Einkommen. Joana hatte noch Energie und fast grenzenloses Vertrauen in mich. Das Gros ihrer Kolleginnen hatte schon einen Mann aus dem Westen. Im Nu wurde reichlich Wohnraum frei in unseren Neubauten.

Auf dem Amt saßen unsere Bekannten von früher. Sie waren plötzlich nicht mehr Chef in der Abteilung. Sie sind jetzt Sachbearbeiter. "Eine steile Karriere haste hingelegt", scherze ich bei einem Gespräch.

"Jaja. Was willst Du denn?"

"Ich habe weder Einkommen noch eine Arbeitsstelle. Gibt es eine Hilfe, ein Geld oder so etwas?"

" Das Begrüßungsgeld hast Du schon?"

"Ja."

"Naja. Da hast Du schon unsere Hilfe." Er lacht dabei. "Hast Du nichts zum Verkaufen?"

Der Gedanke war nicht schlecht. 'Wer will jetzt einen Trabi?' geht mir durch den Kopf.

Der Termin in der Brauerei ist fällig. Wir verabschieden uns und fahren zu unserem Hoffnungsschimmer in die Brauerei. Am Betriebseingang sitzt unsere Nachbarin. Die Frau vom verstorbenen Lehrer. Julia heißt sie.

"Ich habe einen Termin mit dem Chef."

"Mit der Chefin", sagt Julia. "Wir haben eine Chefin. Unsere Männer wollten die Brauerei nicht übernehmen."

Ausgerechnet die Chefin der Lohnbuchhaltung konnte dem Haustrunk bisher widerstehen. Ihr Mann hat ihr Kontingent mit vertan. Die Haustrunk Genießer waren natürlich zu feige, die Verantwortung zu übernehmen. Frei nach dem Sprichwort betreffs der Onanie: "Alkohol schwächt Kopf und Knie." Eine DDR Frau zeigt den Männern, wie es geht. Mit Mut. Unser Sozialismus hat offenbar die Männer verweichlicht. "Jammerossis", jubelten die Propagandakanäle der Kriegsverbrecherfamilien. Jetzt kommt die Zeit unserer starken Frauen. Und Joana zeigte Stärke.

Margret, die Chefin der Brauerei, duzt mich natürlich. Wir kennen uns und sie möchte mit mir zusammen arbeiten. Die Kriminellen aus dem Westen würden uns jetzt als Seilschaft betiteln. Die Chefs der Westbrauerei waren zugegen.

"Wir haben bei uns eine Gaststätte die frei wird."

"Ja gut. Ich muss mir die trotzdem erst mal anschauen."

Margret ist nicht begeistert. Ich sehe das in ihren Augen. Sie gibt stille Zeichen.

"Kommen Sie einfach mal vorbei. Wir fahren morgen wieder nach Hause."

"Gut. Wir sehen uns dann morgen Abend oder übermorgen."

Der Chef der Westbrauerei geht. Jetzt kommt Margret zur Sache.
"Die Treuhand verkauft unsere Gaststätten und wir könnten eine übernehmen."

"Das klingt interessant. "

"Dazu haben wir ja auch noch unsere Hausgaststätte."

DDR Bürger sollen ihr Eigentum kaufen, während Westganoven es rauben.

Das war früher ein Kulturhaus. Ein Mordsgebäude. Ich müsste einen Haufen Personal übernehmen. Davor habe ich jetzt bissl Schiss. Ich traue mir das nicht zu. Das Alles, bei neuen Gesetzen, mit den Besatzern, zu deren Bedingungen?

"Wir helfen Dir. Den Bau und so übernehmen wir."

"Das klingt verlockend. Ich muss das dringend überschlafen, Margret."

Die Sorge ist nicht unberechtigt. Selbst die Brauerei steht auf der Kippe. Kann Margret und ihr Kollektiv dem Westdruck widerstehen? Ich muss meine Eltern fragen. Das Risiko scheint mir unbeherrschbar. In den Augenblicken schau ich immer in die Augen Joanas. Was steht da? Joana ist mein Wahrsager.

Fortsetzung folgt

Fortsetzung der Wandel

Plötzlich wollen die ganzen verkappten Gastwirte des Westens ein Geschäft machen. Sie wollen ihre herunter gewirtschafteten Mühlen teuer verschleudern oder unter verpachten. Auf DDR Gastwirte wartet ein Heer von Kriminellen. Angefangen bei Geschirrvertretern. Gefolgt von Anzeigenvertretern und nicht zuletzt, von Kreditvermittlern. Von einem Tag zum anderen, tritt vor unsere Türen der gesamte kriminelle Abschaum dieser Erde. Begleitend dazu, hat man auch gleich die DDR Gesetze beseitigt. Freie Fahrt für westdeutsche Kriminelle. Die umfassende Plünderung durch ein kriminelles Gesindel kann also beginnen. Das nennt sich dann in ihrem Deutsch, Wirtschaftswunder. Selbst aus der Schweiz und Holland kommen Vertreter, die sich anbieten, Gewinne oder Bargeld ins Ausland zu transferieren. Sagen wir einfach Klauen dazu. Vater ist fast am Verzweifeln. "Wenn ich die Tür öffne, steht immer ein Verbrecher davor!

Für dieses abscheuliche Gesindel hast Du ein Leben lang gearbeitet." Vater hat früher anders vom Westen gesprochen. Ein Tag, und er ist nachhaltig geheilt.

Gastwirtschaften sind eigentlich Gebäude mit einer offenen Tür für Gäste. Wenn diese Gäste ausnahmslos aus Verbrechern bestehen, ändert sich auch die Einstellung der Gastwirte. Ab genau dem Tag, sind sie keine Gastwirte mehr.

Die DDR steht also jetzt zum Verkauf. Die Kammer unterrichtet uns, wir könnten jetzt unseren Betrieb retten, in dem wir ihn kaufen. Es gibt jetzt eine Treuhand. Schon der Name müsste jeden DDR Bürger nachhaltig erschrecken. DDR Bürger bestehen zum großen Teil aus Bürgern der Gebiete, die schon unter Hitler besetzt waren. In Folge des verlorenen Angriffskriegs wurden unsere Eltern und Großeltern umgesiedelt. Das war natürlich eine Enteignung. Und genau diese Enteignung erleben diese Leute jetzt das zweite Mal. Nicht etwa durch die medial verhassten Kommunisten. Nein. Es waren die alten Herren der früheren Jahre. Kriminelle und Völkermörder.

Unsere Kammer empfahl uns also, auf die Treuhand zu gehen und dort um ein Objekt anzusuchen.

 

Fortsetzung der Wandel

Auf der Heimfahrt überholen uns wieder Autos mit irren Geschwindigkeiten. Ein Stau an einer unübersichtlichen Stelle und der Fahrer nebst Opfern ist fällig. Auf der Autobahn können wir die Gewissenlosigkeit von den Kriminellen nachvollziehen. An drei Stellen stehen weinende Leute am Rand neben Schrott. Särge sind auch dabei. Das ist feinster Aufbau - Ost. Zumindest für das Beerdigungsgewerbe. Mich würde jetzt nicht wundern, wenn die DDR Beerdigungsunternehmen plötzlich Westpartner hätten.

Zu Hause angekommen, erwartet uns eine Überraschung der besonderen Art. Elias ist da mit Familie. Jürgen und Andrea sind bei ihnen. Andrea kommt zu mir und sagt, sie würden mit Elias zusammen ein Hotel bauen wollen.

"Was bedeutet das für mich?", frage ich sie.

"Ja. Wir haben Eigenbedarf und möchten den Pachtvertrag auflösen."

Und ich habe gerade erst Geld ausgegeben für Einrichtungen. Das fehlt mir noch.

"Kauft Ihr mir die Einrichtung ab?"

"Nein. Wir reißen die Gaststätte ab."

Naja. Ich stehe nur im Verlust. Aber wenigstens schuldenfrei.

Unsere Währung ist halbiert worden. Die Schulden auch. Das ließ sich jetzt aus dem Portemonnaie bezahlen. Wir sind also über Nacht, blank.

"Was ist mit der Wohnung und den neuen Möbeln?"

"Wir brauchen die nicht. Die kannst Du abholen."

Was machen wir jetzt? Ziehen wir zu meiner Mutter? Zu Joanas Eltern ins Kinderzimmer?

Zuerst rufe ich die Brauerei an und frage, was wir mit der Ware und den Rechnungen tun.

"Wir holen das ab. Offene Rechnungen hast Du nicht. Wir haben aber ein Angebot für Euch. Komme einfach mal vorbei."

Ein Hoffnungsschimmer zeigt sich. Wir verabreden uns auf den kommenden Tag. Die Nacht war für mich keine ruhige. Joana konnte auch nicht schlafen. Wir saßen zusammen und rätselten, was wir tun können. Neben dem Brauereibesuch, wollen wir zunächst unsere Kammer anrufen, wie das nun weiter gehen soll.

Am kommenden Morgen rufe ich an und erbitte einen Termin.

"Sie sind einer von Zehntausend, die gerade anfragen."

Ich habe wirklich nicht gewusst, dass wir so viele Kollegen haben. Der Termin fällt dementsprechend spät aus. In einem Monat. Darauf werden wir wohl verzichten müssen, schätze ich. Das dauert zu lange. Wir brauchen etwas zum Leben.

Das Angebot der Brauerei hört sich da etwas besser an. Unsere Brauerei hat plötzlich eine Partnerbrauerei aus Bayern. Irgend Jemand muss ja die Gewinne klauen. Der Brauereichef bietet uns eine Pachtgaststätte in seinem Ort an. Die würde gerade frei werden. 'Wenn der uns eine Gaststätte anbietet, gibt es sicher noch Gaststätten in anderen Gegenden', denke ich mir. Wir kaufen also Zeitungen und lesen die Anzeigen. Und siehe da, der gesamte Westen sucht Gastwirte. Und das ausgerechnet in der besetzten DDR. Wenn das kein Plan ist, was dann?

Fortsetzung folgt

Fortsetzung Der Wandel

Irgendwie bin ich nach meinem Vater gekommen. Der hatte ein Leben lang, eine Lederjacke an. Mutter hat ihn oft wegen dieser bäuerlichen Sparsamkeit kritisiert. Obwohl er die anfangs nicht mochte, hatte er die gleiche Gewohnheit wie unsere Genossen. In der DDR war eine Lederjacke ein Sparziel der besonderen Art. Für den Preis bekam ich locker ein gutes Moped von Simson. Ich kann jetzt nicht mit genauer Präzision sagen, was von Beiden länger hielt. Vaters Jacke jedenfalls, schien unverwüstlich.

Genau das war jetzt auch der Suchgegenstand bei unserem ersten Westbesuch. Das Angebot war groß, aber nicht in allen Größen. Wir waren es gewohnt, von einem Produkt die volle Größenpalette angeboten zu bekommen. Dadurch hat sich oft der Eindruck aufgedrängt, es gäbe eben nur dieses Produkt. Hier stehen vor mir Verkäufer, die sagen: "In Ihrer Größe haben wir das nicht. Wir können Ihnen das aber bestellen." Und schon sind wir wieder bei Mangelware und Lieferzeiten. Komisch. Der Vergleich drängt sich bei jeder Gelegenheit, unwiderstehlich auf. Die Westpropaganda ist so tief sitzend und verlogen, dass sie einem einfach nicht aus dem Sinn geht. Von wegen, "volle Regale". Ein einziger Einkaufstag reicht, um uns von einer großen Lüge zu heilen.

Nun soll es nach München gehen. Wir haben es satt in dem stinkenden Kaff. Wir gehen zum Parkplatz und bekommen gleich eine völlig neue Art von Belästigung gezeigt. Auf unserer Autoscheibe kleben neben zehn Werbezetteln, ein Busgeldbescheid. Wir hätten die Parkzeit überschritten. Das sollte unser gesamtes Restbudget verschlingen. Joana nimmt den Zettel und schaut in die Runde. Und siehe da, unweit geht eine nicht unterernährte Tante mit einem großen Vorrat an Zetteln, zwischen den Autos spazieren. Joana geht zügig hin zu der Zosse, die kaum ohne Berührung zwischen den Autos durch kommt. Sie poliert mit ihrem Riesenhinterteil die Heck- und Frontpartien der Autos.

"Was soll das? Was haben wir falsch gemacht?"

"Das ist ein Parkplatz mit Zeitbegrenzung. Sie haben keine Parkuhr."

Joana ruft mich. Ich frage die Zosse, ob es eventuell mal eine Ausnahme gibt, weil wir das nicht kennen. Die Zosse bleibt stur. Warum arbeitet die nicht in der örtlichen Brauerei und rollt Fässer? Sie will dreißig DM.

"Hab ich nicht", sage ich zu ihr.

Sie nimmt den Sprechfunk und ordert einen Kollegen an.

"Die wollen uns wohl verhaften hier?", fragt mich Joana.

"Sieht so aus."

Der Kollege von der Zosse kommt. Er sieht etwas freundlicher aus, hat aber auch gelbe Augen und eine rote Nase.

"Lass die Zwei gehen. Die haben Nichts gemacht", sagt er zu der Zosse.

"Hat es Ihnen bei uns gefallen? Wo soll es denn hingehen?"

"Wir wollten eigentlich noch nach München", antwortet Joana.

"Die Autobahn ist gesperrt. Da war eine Massenkarambolage."

"Gibt es Umwege?"

"Ja. Die Regensburger Autobahn. Aber auf der werden Sie auch nicht vorwärts kommen."

"Danke."

Wir suchen schnell eine Telefonzelle, um in München anzurufen. Der Besuch muss abgesagt werden. Jonas in München ist nicht begeistert. Er hätte schon Alles eingekauft. Die Zwei wollten natürlich glänzen vor uns. Dem entsprechend groß, wird der Einkauf gewesen sein.

Wir konnten beim besten Willen nicht ahnen, dass im Westen eine Reise von Hof nach München, zwei Tage dauert. In der Zeit haben mich Russen per Bahn durch die halbe Sowjetunion befördert.

Leider konnten wir nicht mit der Westbahn fahren. Dafür hätten wir einen beachtlichen Kredit benötigt.

Irgendwie war der Plan auch zu kurz durchdacht. Wir hätten unterwegs tanken müssen. An eine Panne oder gar einen Unfall, wollte ich gar nicht erst denken. Also, kehren wir um. Die Schule der Reisefreiheit hat umgehend gewirkt.

Auf dem Nachhauseweg sind wir noch in unsere Autobahnraststätte gegangen, um wenigstens Etwas zu essen. Zu vernünftigen Preisen. Ich glaube fast, das war unser letztes Schnitzel für unter fünf Mark in einer Raststätte. Wir hätten das fotografieren sollen.

Fortsetzung folgt

 

Der Wandel

Über die Wochen entwickelte sich unser Betrieb immer besser. Der Straßenverkauf ging etwas zurück. Die Themen am Stammtisch drehten sich immer mehr um die Wiedervereinigung. Jeder prahlte am Stammtisch mit ein paar Westmark. Die Gäste erzählten sich untereinander, was sie von ihrem ersten Westgeld gekauft haben. Die Urlaubsplanungen unserer Stammgäste klangen für uns utopisch.

Für uns lag erst Mal ein Besuch der Familienmitglieder an. Immerhin haben wir sie jahrelang nicht gesehen. Dazu wollten wir jetzt endlich Westgeld sehen. Es war einfach keine Zeit für einen Besuch.

Wir setzten uns in den Trabi und fuhren los. Bewaffnet waren wir mir einer Landkarte der DDR. Selbst unser Land war uns zu diesem Zeitpunkt, teilweise fremd. Es gab sehr viele Gebiete, in denen wir noch nicht waren. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es bei uns Leute gibt, denen es bei uns zu eng geworden sein soll. In unserer Familie leben Bauern, die selten über die Kreisgrenzen hinaus kamen. Eine Fahrt in den Nachbarbezirk oder gar in die CSSR, war eine Weltreise für sie. Weite Reisen waren bei uns etwas für Prahler. Denen hörten wir schon gern zu. Selten kam der Wunsch auf, es ihnen gleich zu tun.

Erzählte ich ihnen etwas von der Sowjetunion, aus Sibirien, wo ich gearbeitet habe, wurden die Ohren spitz. Als Tourist sieht man sein Gastgeberland aus einem anderen Blickwinkel. Man sieht die Fassade. Nicht das soziale Leben der Gastgeber.

Wir fuhren über die Autobahn. Es war reichlich Betrieb. Unsere Volkspolizei stand überall. Sie führten reichlich Geschwindigkeitskontrollen durch. An ihren Standorten, den Parkplätzen, befanden sich fast ausnahmslos Westautos mit Westnummern.

In der DDR gab es für Vergehen im Verkehr, Stempel. Viel Spielraum hatten wir nicht. Beim fünften Stempel war Schluss mit Lustig. Bei Alkohol, egal in welcher Menge, war sofort Spazierengehen angesagt. Bei recht viel Alkohol, hatte der Betreffende auch genug Zeit, an unserem Aufbauprogramm teilzunehmen. Wir hatten genug Plätze in der DDR, an denen Sand gesiebt oder Ziegel geformt werden konnten. Es gab auch genug Waldschäden durch Stürme, die dringend beseitigt werden mussten. Zu guter Letzt, standen uns auch reichlich Tagebaue zur Verfügung, wo jede hilfreiche Hand benötigt wurde. Das Betätigungsfeld für Sünder jeder Art war praktisch endlos.

Wir fuhren an unseren Rastplätzen vorbei in Richtung Grenzübergang Vogtland. Die Autobahn war in einem recht erträglichen Zustand. Teilweise neu gemacht mit Betonguss. Unser Trabi fuhr einhundert und zehn Stundenkilometer. Die mit Bitumen gefüllten Stöße der Fahrbahnplatten störten uns kaum. Obwohl wir während der Fahrt, keinen Kaffee trinken konnten. Dafür haben wir angehalten. An uns rauschten gelegentlich große Westkutschen vorbei. Deren Scheiben waren teilweise abgedunkelt. Das erste Mal sahen wir eine Gesellschaftsschicht, die Angst hatte vor der anderen. Und das ziemlich zahlreich. Wir kannten keine Autos mit schwarzen Scheiben. Kann man durch die Scheiben sehen? Oder, wollen die Nichts sehen? Die kleine Reise sollte ziemlich interessant werden. Auf den paar Kilometern bis zur Grenze, durften wir sechs Unfälle registrieren. Das ist pro zehn Kilometer, einer. Wenn das der neue Durchschnitt wird, brauchen wir uns nicht wundern, dass deren Autoindustrie floriert. Die brauchen tatsächlich die vielen Autos, weil sie nicht fahren können.

An der Grenze stehen unsere Grenzer und winken uns freundlich durch. Auf der Gegenseite müssen wir uns schon ein paar Beleidigungen anhören.

"Was ist der Grund Ihrer Reise?"

Ich frag mich, ob der schon aufgewacht ist. Der wirkt auch nicht gerade nüchtern. Er hat gelbe Augen und eine ziemlich rote Nase.

"Sie haben uns Reisefreiheit versprochen."

Das war dem zu frech.

"Öffnen Sie mal den Kofferraum. Was haben Sie da drinnen?"

"Fließen."

Jetzt lacht der Trottel auch. "Mangelware."

Kurz nach der Grenze kommen wir nach Hof. Die Straßen waren ziemlich gut. Die Häuser waren in einem schlimmeren Zustand als in unseren zerbombten Städten. Es stinkt fürchterlich. Feucht und muffig. Wenn uns das erwartet, danke

vielmals. So riecht es nicht mal im unteren Elbetal wie hier. Das Einzige, das in diese traurige Gegend etwas Farbe bringt, sind Werbeplakate. Und die, gibt es hier reichlich.


Fortsetzung folgt

 

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