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Fortsetzung Die Saisonpause

Das Abendmenü beginne ich natürlich mit der Personalversorgung. Heute darf das Personal das Gleiche essen wie die Gäste. Die Freundlichkeit meiner neuen Kollegen überrascht mich etwas. Entweder schmeckt das Essen oder sie finden mein Auftreten gut. In der Küche gibt mir meine Chefin zu Verstehen, abends soll das Personal, Pasta essen. Fleisch wäre dafür nicht vorgesehen. ‚Warum sagt die mir das erst jetzt?‘, frage ich mich. ‚Das hätte ohne Weiteres beider Vorstellung gesagt werden können.‘ Ich hasse den künstlich erzeugten Streß. Jetzt muß ich schon im Vorfeld meinen gesamten Plan für die Beköstigung meiner Kollegen umarbeiten. Das wirkt sich auch auf die Vorbereitung des Menüs aus. Ich muß knapper kochen und neue Gäste warten lassen.
Auf dem Herd steht meine Suppe. Eine echt gelungene Minestrone. Werner kostet schon das zweite Mal. Mir kommt vor, als könnte ich ein leichtes Schmatzen vernehmen. Seine Augen jedenfalls, funkeln. Marianne, die Chefin, probiert auch sämtliche Speisen. Zu meiner Freude. Aber als sie anfängt, meine Speisen zu würzen, konnte ich meine Kritik nicht zurück halten.
Das ist mein Essen mit meinem Geschmack. Wollen sie das kochen?“
Marianne hat die Antwort garantiert nicht erwartet. Sie wirkt etwas erschrocken.
Das Essen gehört aber mir.“
Der Rohstoff, geehrte Chefin. Nicht das Essen. Das habe ich zubereitet.“
Das Verhältnis wird sicher kein gutes werden. Die Reaktion läßt das vermuten. Ich werde weiter nach einer Stelle suchen müssen. Marianne sieht nicht so aus, als würde sie sich das gefallen lassen.
Rudolf, der Chef, kommt in die Küche und gratuliert mir für das gelungene Essen. Seine erste Probe war weder die Suppe noch der Hauptgang. Er hat sich am Strudel schadlos gehalten. „Der schmeckt wie von meiner Mutter“, sagt er. „Gott hat sie selig.“
Soll ich für morgen ein großes Stück zurück halten?“
Rudolf lacht. Marianne hat die Küche schon verlassen.
Dein Motorrad kannst du oben in den Schober stellen. Dann hört man dich nicht bei der Abfahrt.“
Und trocken bleibt es auch noch“, füge ich hinzu. Selten bekam ich solche Einladungen. Im Gegenteil. Ich bekam schon Anregungen, mein Motorrad fünfzig Meter entfernt vom Hotel zu parken. Sozusagen, schutzlos. Dabei bin ich kein Fahrer, der sein Motorrad mit extra lauten Auspuffanlagen verziert. Ich lasse das Motorrad im Werkszustand. Es sei denn, der Auspuff sieht aus wie der Schornstein einer Holzschnitzel Heizanlage und wiegt fünfzehn Kilo. Das wäre mir entschieden zu schwer nach der Arbeit. Die Gäste kommen bis nach zwei und zwanzig Uhr. Versprochen hatte man mir, ein und zwanzig Uhr. Die Küchenreinigung dehnt sich danach natürlich. Ich rechne täglich mit diesen Ausnahmen.
Der Blick über Rabland vom Vertigen aus

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