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Fortsetzung Die Motive

"Du hast Alles, was mir fehlt. Du bist sauber, klug, fleißig und sehr schön. Was ist mit deinem Freund?"

"Der ist eh nie da, wenn ich ihn brauche. Ich rede mit Vater und Mutter darüber. Wir passen sehr gut zusammen. Soll ich heute bleiben?"

"Ich muss aber noch etwas arbeiten. Deine Gegenwart gibt mir neue Impulse."

"Ich koche dir noch einen Kaffee."

"Danke, meine Liebe."

Marco hat geschrieben, bei dem tödlichen Unfall im Pustertal, wurden dem Opfer auch die Taschen ausgeräumt. Man hat Genproben. Es sind wieder Proben, die in Italien noch nicht erfasst wurden. Er schreibt, die Genproben gleicht er mit den Proben der inhaftierten Radfahrer ab. Morgen würden sie sich gegen Acht, bei ihm in der Hütte treffen. Toni ruft gleich an. Marco scheint neben dem Telefon zu schlafen. Das heißt, wenn er überhaupt schläft. Die Antwort klingt recht munter. Schon beim zweiten Klingelton ist Marco ran gegangen. Er sagt, er hat noch nicht geschlafen.

"Bring bitte gleich frische Brötchen mit", beauftragt ihn Toni. Ein paar Minuten später ist Marco schon da.

"Bist du mit der Gondel gefahren?"

"Ja. Zurück nehmen wir dein Motorrad."

Wenn Marco wüsste, wie der Weg beschaffen ist, würde er nicht damit spekulieren.

"Ich heirate!", schreit Toni, Marco fast an.

"Wann?"

"Sofort, wenn es klappt."

"Wen?"

"Monika."

"Ah. Die Juniorchefin der Boxerhütte."

Monikas Hütte wird im Volksmund so genannt. Ich glaube, das ist jetzt auch der offizielle Name.

Fortsetzung folgt

Fortsetzung Die Motive

"Habt ihr den Koch gewechselt?"

"Nein. Flavio hat die gekocht."

"Der wird langsam immer besser."

"Ohne ihn wäre es bedeutend schwerer. Der schmeißt das halbe Geschäft."

"Willst du noch duschen?"

"Hältst du die Gießkanne?"

"Wenn du lieber Karl willst, bitte."

Endlich kann Toni wieder mal lachen. Das hat gefehlt in den letzten Tagen. Toni hat sich über seine Dusche ein Becken eingebaut. Das Becken heizt er mit einem Tauchsieder. Das System ist ihm lieber als fertige Duschwannen. Die sind ihm innen eh viel zu glatt. Das mag er nicht. In seiner Dusche hat Toni Terrakotta Fließen verlegt. Er stellt sich gerade vor, er würde allein in der Duschwanne ausrutschen. Frühestens am kommenden Tag, käme eine Hilfe. Dann erginge es ihm wie Alfred.

Das Wasser ist jetzt warm. Nicht heiß. So mag es Monika. Toni hilft ihr beim Einseifen. Als er sie so einreibt, denkt er schon an eine Hochzeit mit ihr. Zuerst reibt er den Rücken ein. Monika dreht sich um und stöhnt. Toni sieht das schön blanke, volle Falzl.

"Wenn ich dich so streichle, denke ich schon darüber nach, dich zu heiraten. Du fehlst mir oft abends."

"Soll ich bei dir einziehen?"

"Das bist du doch fast schon."

"Ich meine, für immer."

Fortsetzung folgt

Die Fütterung in Limone (extra geschärft)

Anlocken

anfüttern

Das Menü

 

Fortsetzung Die Motive

Geschafft. An der Hütte hängt ein Beutel von Monika. Zwei Gläser Pilze sind darin. Monika ist nicht da. Das würde jetzt noch fehlen. Er schaut vorsichtig hinter seine Hütte. Dort steht seine Hollywoodschaukel neben einem Grill. Auf der Schaukel sitzt Monika.

"Ich habe heute frei."

Sie schlägt die Beine übereinander. In der Hand hat sie eine Kaffeetasse. Was das heißt, wenn Monika die Beine übereinander schlägt, muss Toni nicht erraten. Monika hat eh sehr wenig an. 'Und das jetzt', denkt Toni. 'Naja. Den Lohn hat sie schon her gehängt.'

"Hast Du viel zu tun?"

"Ich habe mehrere Verdächtige und auch mehrere Spuren."

"Kann ich dir etwas Ordnung in die Suche bringen?"

"Kommt drauf an, wie lange du suchen möchtest."

"Naja. Ich denke, das wird relativ schnell gehen bei dir."

'Wie Recht sie hat', denkt Toni.

Nach zwei Stunden will Monika noch etwas Essen kochen. Sie hat Hunger. Toni auch. Monika wirft den Grill an. In der Tasche hat sie zwei Riesensteaks. Schon fertig gewürzt. Was will Toni mehr? Toni hat in der Hütte zwei leere Blechdosen, die er als Topf benutzt. In eine der Dosen gibt er den Inhalt von einem Glas Pilze und stellt sie mit auf den Grill. "Natur pur", stöhnt Monika. Monika macht einen recht zufriedenen Eindruck. Toni auch. Ihm kommt vor, als wäre der Kopfinhalt jetzt frisch sortiert.

Das Essen schmeckt prima. "Was glaubst du, wer es war?"

"Eigentlich rede ich nicht gern in diesem Stadium darüber. Es gibt mehrere Verdächtige."

"Du traust mir nicht?"

"Schon. Aber, ehrlich gesagt, will ich vermeiden, über Unschuldige zu richten. Was ich dir sage, ist schnell im Volksmund."

"Du hast Recht. Manchmal kommt schon diese oder jene Bemerkung unkontrolliert heraus. Du kennst ja die hellen Ohren unserer Gäste."

"Habt ihr heute auf?"

"Wir haben immer auf. Das weißt du doch."

"Hat die Mama heute Dienst."

"Ja. Papa ist auf der Jagd."

"Und wo ist dein Freund?"

"In Bulgarien oder in der Türkei."

"Ist er schon lange weg?"

"Über einen Monat. Willst du etwas von ihm?"

"Nein. Nur von dir."

"Du Scherzbold!"

Die Pilze zum Fleisch schmecken vorzüglich.

Fortsetzung folgt

Sieht aus wie die Brenta:

 

Freundschaft

Freundschaft

Bisweilen bekomme ich angedroht, die Freundschaft zwischen einem Anderen und mir, wäre beendet.

Was ist Freundschaft?

Freundschaft bedarf wie Liebe, des gegenseitigen Respektes. Die Grundbedingung gegenseitigen Respektes ist, sich gegenseitig auf Fehler und Fehlentwicklungen aufmerksam machen zu können, um gemeinsam zu lernen. Es gibt sicher noch einige andere Gemeinsamkeiten, die eine Freundschaft begründen. Neben unbedingter Hilfe und Verständnis des Anderen, bedarf es auch einiger solidarischer Bekundungen.

Freundschaft aber mit einem guten Verhältnis zu verwechseln, scheint im Kapitalismus fast schon ein Gesellschaftsprinzip zu sein. Dort werden selbst die Erpressten als Freunde betitelt. Komisch. Eigentlich kenne ich diese Haltung nur aus Anstalten.

Genau aus dem Grund, kann ein Migrant niemals wirklich eine Freundschaft zu seinem Asylgeber aufbauen. Das nennt sich Notdurft oder Zwangslage. Alle Handlungen des Notdürftigen unterliegen dem Zwang, das Asyl so angenehm wie möglich zu gestalten. Man ist schließlich Gast bei dem Asylgeber.

Eine Ausnahme sind Genossen. Für Genossen untereinander ist Freundschaft, eine Verpflichtung. Wie viele oder wenige es davon wirklich gibt, sei mal dahin gestellt. Lassen wir uns nicht von dem Begriff Genossenschaft täuschen. Der Begriff an sich deutet aber an, was ich damit sagen möchte.

Genossen sind eigentlich zur gegenseitigen Liebe verpflichtet. Das ist der höchste Grad von Freundschaft. Leider wird unter kapitalistischen Verhältnissen mit der entsprechenden Schule, auch dieses Prinzip verzerrt dargestellt und wahr genommen.

Zu oft wird, und das betone ich, gegenseitige Sympathie, mit Freundschaft verwechselt. Gegenseitige Sympathie bedarf nur einer Art Bewunderung. Die kann auch einseitig sein. Freundschaft und Liebe nicht.

Und jetzt mal zum Hauptthema:

Ein Flüchtling, Vertriebener und Migrant, wurde von seinen Freunden, mehr oder weniger gewaltsam, getrennt. Auch von seiner Heimat, seinem Umfeld und seinen Mitbürgern.

Gastgeber können die verlorenen Freunde nur mit Sympathie ersetzen.

Und genau das, ist das Maximum des Möglichen.

Die Marmolada:

Das Ungemach

Das Ungemach

 

Die Hälfte unserer Familie durfte nach einem verlorenen Krieg, den Verlust ihres Gutes miterleben. In der DDR bekamen sie ein neues. Trotzdem begann ihr Leben neu, von Anfang an.

Die Familie erlebte sowohl Hochwasser, Brände, Zechprellerei, Betrug, Wortbruch als auch Erpressungen am eigenen Körper mit.

Bisweilen waren wir der Ansicht, mit ausreichend Arbeit, Verständnis gegenüber den Mitbürgern und gesellschaftlichem Miteinander ließen sich die alltäglichen Probleme leichter lösen. Das haben wir ausgiebig in der DDR lernen dürfen. Dort hat das auch funktioniert.

Die Familie wurde 1990 wieder Opfer von Ungemach.

Die Gleichen Werkzeuge unter neuem Namen - früher NSDAP - heute CSU-FDP-CDU, wollten das Werk für ihre Herren vollenden.

Andererseits wird bisweilen ein Herrgott bemüht und ziemlich oft die Wörter: Pech oder Ungemach.

Die Lehren aus Vertreibung, Kriminalität und natürlichen Naturereignissen, haben den Familienmitgliedern gelehrt, ständig sämtliche Bedrohungen von Vornherein zu minimieren. Ein Herrgott war leider nicht zugegen.

Wer einmal mit erleben durfte, in welch kurzer Zeit eine brennende oder geflutete Wohnung von den wertvollsten Habseligkeiten geräumt werden muss, versteht den Brand- und Hochwasserschutz. Es ist einfach keine Zeit, die unersetzlichen Habseligkeiten in angemessener Zeit zu retten.

Unsere Familie bedauert den Verlust ihrer Geschichte und ihrer Habseligkeiten, die ihnen von höherer Gewalt genommen wurden. Jede Generation bekommt damit Lehren auf den Lebensweg, die einen besseren Weg versprechen als den, den ihre Eltern oder Großeltern erleben mussten. Schließlich haben das unsere Eltern, Großeltern und Verwandten mit dem Verlust von Lebenszeit und Gesundheit teuer bezahlt.

Von Erwachsenen erwarte ich deshalb, sie mögen sämtliche Entscheidungen ihres Tuns, vorher genau abwägen. In diesem System wird ihnen nicht geholfen.

Denken Sie daran, wenn Sie zufälligerweise ein Fahrzeug kaufen, eine Arbeit annehmen oder ihre Wohnung her richten.

Ihr echter Feind, wird sie nicht bedrohen. Er wird Sie anlächeln, ausnehmen und ihnen Gott und die Welt versprechen.

In jedem Fall, sind Sie, Der, der bezahlt.

Mit Gesundheit, Lebenszeit und Wohlergehen.

Bei vielen Völkern besteht ein Erbrecht. Andere Völker lehnen das ab. Bei einem Erbe wird sowohl das Diebesgut als auch das ehrlich erworbene Gut, sämtlichen Erben hinterlassen.

Die Hinterlassenschaft will natürlich von den Erben verbessert und, wenn möglich, vermehrt werden. Sagen wir Familienschatz dazu.

Gestattungen werden auf diese Art zu einem Preis. Einem Inklusivpreis. Eine Gesellschaft, die einem Familienmitglied Etwas gestattete, wird bereits von den Erben mit einer Forderung konfrontiert. Gleichzeitig wird eine Gestattung, zukünftig ein Wert. Handelbar.

Bekommt in einer Gesellschaft eine Familie aus welchem Grund auch immer, eine Vergünstigung, ist das bereits ein Handelsgegenstand der kommenden Generation.

Generell sind Vergünstigungen, welcher Art auch immer, Personen gebunden. Die Nachkommen sind davon ausgenommen.

Um das Familienvermögen zu mehren, bedarf es einer Generation übergreifenden Arbeitsleistung. Kurz, Fleiß genannt. Fleiß ist wohl der beste Weg, Ungemach zu besiegen.

Familien, die nicht auf Familienschätze zurück greifen können, Flüchtlinge, Migranten und Vertriebene, haben nur mit Fleiß die Möglichkeit, ihren Kindern einen Familienschatz zu hinterlassen. Gesellschaften, die ihnen das nicht erlauben, werden schnell von Ungemach, in Form von Kriminalität heimgesucht. Es ist einfach ein Ungemach, Mitmenschen hungern zu lassen oder sie menschlich zu erniedrigen.

Und nun für meine gläubigen Leser:

Was würde ein Herrgott mit den Schuldigen tun, um dieses gesellschaftliche Problem zu lösen?

Kastelbell:

 

 

 

 

 

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